Zukunft der Banken

Banken – keine Gefahr an der Zinsfront

Bankaktien reagieren äusserst stark auf Zinsschwankungen, sind also zinssensitiv. In Europa sind zur Zeit Zinserhöhungen kein Thema da die EZB immer noch Anleihen im Betrage von EUR 60 Mrd. vom Markt abschöpft. Gehen deren Käufe zurück, werden auch in Europa die Zinsen steigen. Unter dem aktuellen ökonomischen Umfeld dürfte dies kaum vor dem nächsten Jahr geschehen. Mit einer Kerninflation von unter einem Prozent und einer hohen Arbeitslosigkeit wäre eine Zinserhöhung fatat. Die EZB sieht denn auch keinen Anlass diesbezüglich zu handeln.

Struktur- und Marktanpassungen kosten Unsummen

Kernpunkte sind dabei Besinnung auf die Kernkompetenzen. Daneben verschlingen die Investitionen in die Digitalisierung der Finanzgeschäfte Unsummen, welche nur scheibchenweise auf die Bankkunden abgewälzt werden können. Im Internetzeitalter steht dem (kostenbewussten) Bankkunden das ganze Universum von Finanz Dienstleistern offen. Was für den Kunden zählt ist das Verhältnis der Kosten zu gewünschten Dienstleistungen. Sogar hier hilft das Netz: Erfahrungen werden in Foren und sozialen Medien ausgetauscht. Vorbei sind die Zeiten von Bankentreue.  Ob Kontoeröffnung, Geldanlagen, Kreditgeschäfte, Online Zahlungen… Es braucht immer weniger Angestellte des konventionellen Bankgeschäfts. Der Personalabbau “konventioneller Bankfachleute” als Folge des Strukturwandels wird unverändert weitergehen und den Banken hohe Restrukturierungskosten (Abfindungen) bescheren.

Banker der Zukunft…

…sind Finanzfachleute mit IT-Kenntnissen. Bankfilialen werden automatisiert (Bankomaten, Geldwechsler…). In der Vermögensverwaltung übenehmen immer mehr Computer Programme die Investitions-Entscheidungen. Es braucht weniger Anlageberater. Hingegen benötigt das “unpersönliche” Onlinebanking Hilfestellung für Onlinekunden bei technischen Problemen. Solche Aufgaben können auch angelernte Angestellte mit tieferen Lohnkosten übernehmen. Aus Kostengründen werden solche Abteilungen in der Regel an externe Callcenter übergeben.

Die Invesitionen der rasant fortschreitenden Technologisierung können nur mit einem fetten Liquiditätspolster getätigt werden. Kleinere Banken werden dazu nicht in der Lage sein. Dies wird zu weiteren Bankenschliessungen und -übenahmen führen. Wenige Banken werden noch grösser, kleinere verschwinden. Denn diese könne die hohen Investitionsvolumen nicht mehr stemmen. Auch von dieser Seite drohen Entlassungen.

Text: Radovan Milanovic

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