Zahlungsverhalten der Schweizer – Bares ist Wahres

Ziel der Zahlungsmittelumfrage durch die Schweizerische Notenbank

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) veröffentlichte soeben die Erkenntnisse ihrer Zahlungsmittelumfrage vom Herbst 2017. Als Notenbank muss das Institut die Motive einer  Veränderung im Zahlungsverhalten und der Bargeldnutzung der Bürger ermitteln um einerseits mit einer optimalen Bargeldversorgung zu reagieren und anderseits beste Bedingungen für ein bargeldloses Zahlungssystem bereitzustellen.

Erkenntnisse der Umfrage durch die SNB

Die Untersuchung umfasste das Zahlungsverhalten von 2.000 in der Schweiz wohnhafte, private Einwohner ab einem Alter von 15 Jahren während einer Dauer von sieben aufeinanderfolgenden Tagen. Dabei wurden die insgesamt 22.500 getätigten Zahlungen dieses Zeitraums untersucht. Die SNB gelangte zu folgenden Erkenntnissen:

  • Pro Tag wurden im Durchschnitt 1,6 Zahlungen im Betrage von durchschnittlich CHF 41,00 (EUR 34,20) geleistet
  • 70 Prozent davon als Bartransaktionen. Diese machten wertmässig 45 Prozent aller Ausgaben aus, da vor allem kleinere Beträge in bar abgewickelt worden sind
  • Die Geldbörsen der Untersuchten enthielten einen durchschnittlichen Bargeldbestand von CHF 133,00 (EUR 110,80) sowie zwei unterschiedliche bargeldlose Zahlungsmittel (Debit- und Kreditkarten)
  • Meistbenutzte Debitkarten: Maestro / EC-Karte sowie Postcard. Dabei wurden 22 Prozent der Transaktionen durch diese Karten und nur 5 Prozent durch eine Kreditkarte abgewickelt
  • Gösstes Vertrauen galt dabei dem Bargeld, während die Akzeptanz von Debitkarten als Zahlungsmittel hoch war. Hauptsächlich ab einem Betrag von CHF 50,00 (EUR 41,70) wurden Debitkarten und ab CHF 200,00 (EUR 166,70)   Kreditkarten verwendet
  • Über 55-Jährige und Haushalte mit niedrigen Einkommen verwendeten vor vorwiegend Barmittel
  • 15- bis 34-Jährige sowie Haushalte mit höheren Einkommen zeichneten sich durch höhere Verwendung von Kreditkarten aus
  • 37 Prozent der Schweizer Haushalte gaben an, Bargeld neben der Verwendung als Zahlungsmittel auch als Wertaufbewahrungsmittel zur kurzfristigen Verfügbarkeit zu halten

Werden erst neue Bezahlverfahren das Zahlungsverhalten in der CH ablösen?

Aufgrund des konservativen Zahlungsverhaltens durch die Schweizer Gesellschaft konnten sich die neuen Barzahlverfahren wie Bezahl-Apps oder kontaktlose Kartenzahlungen noch nicht richtig durchsetzen. An und für sich ging die SNB davon aus, dass solche Zahlungsmethoden hauptsächlich bei Kleinstbeträgen vermehrt benützt werden würden. Doch über 50 Prozent der Befragten gaben an, ihr Zahlungsverhalten in den kommenden Jahren nicht ändern zu wollen. Das Institut äusserste sich nicht, weshalb das Vertrauen in Cash und den eigenen Finanzen mehr vertraut wird, als den neuartigen Bezahlverfahren. Offensichtlich dürften erst neue Zahlungssysteme, bei denen sich die Benutzer grössere Sicherheiten versprechen, für einen Gesinnungswandel sorgen.

Text und Bild: Radovan Milanovic
Quelle: Pressemeldung durch SNB

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