Was ist mit der UBS und der Credit Suisse los?

Performance der beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie der Deutschen Bank

Performance der beiden Schweizer Grossbanken, der UBS und Credit Suisse sowie der Deutschen Bank

Credit Suisse – Systemrelevante und zweitgrösste Schweizer Bank

Nachdem ein Antrag der Credit Suisse (CS) um Abweisung der Klage wegen des starken Kursrückganges der Aktien am Bezirksgericht in Manhattan zurück gewiesen wurde, dürften sich weitere Investoren melden und Entschädigungen fordern. Die Richterin machte geltend, dass der CEO der Bank, Tidjane Thiam sowie seinen Vorgänger, Brady Dougan, die Investoren bewusst in die Irre führen wollten. Konkret ging es um mangelnde Aufklärung der Anleger bevor die Bank Abschreibungen vornahm. Die Beschwerdeführer machten geltend, dass die Bank es versäumte, die Anleger auf die Risiken eines CS-Investments hinzuweisen. In der Folge wurde 2017 eine Sammelklage gegen die erwähnten Führungskräfte eingereicht.

finanzmag.com: UBS Hauptsitz, Zürich

Den Ursprung hat die Geschichte 2016, als die Bank als Folge von Abschreibungen von CHF 3,8 Mrd. (EUR 3,28 Mrd.) wegen der Neubewertung ihrer Investmentbank als Teil der Reorganisation einen Verlust von CHF 5,83 Mrd. (EUR 5,03 Mrd.) auswies. Am Tage der Ankündigung der Abschreibungen fielen die CS-ADRs (Amrican Depositary Receipts) um 12 Prozent.

Rabenschwarze Wolken auch über der grössten (und systemrelevanten) Schweizer Bank, der UBS

Das soeben veröffentlichte 2018er Gewinn der UBS von USD 4,9 Mrd. (EUR 4,3 Mrd.) lag im Bereich der Analysten-Erwartungen. Doch dieser Gewinn könnte sich in Luft auflösen. Denn die Höhe des soeben veröffentlichten Verdikts durch Frankreichs Richter um Schwarzgeld-Sünden der Bank ist rekordverdächtig. Die die der UBS auferlegte Busse beträgt EUR 3,7 Mrd. Dazu kommen EU 800 Mio. Schadenersatz, was insgesamt EUR 4,5 Mrd. ausmacht. Die Bank akzeptiert das Urteil nicht und geht in Berufung. Die nächste Instanz ist das Kassationsgericht, welche erfahrungsgemäss im Sinne der Vorinstanz urteilen dürfte. Sollte die Busse / Schadenersatz in letzter Instanz in dieser Grössenordnung anfallen, dürften sich US-Investoren wie im Falle der CS melden…

In ihrer Presseerklärung bestätigt die UBS den Sachverhalt des Schuldspruchs auf der Basis “unerlaubter Kundenwerbung sowie Geldwäscherei in Zusammenhang mit Erträgen aus Steuerbetrug.” Die Bank bestreitet jegliches Fehlverhalten und gibt bekannt, gegen Urteil Berufung einzulegen und zu prüfen, ob die schriftliche Urteilsbegründung zusätzliche Schritte erforderlich machen würden.

Text, Chart und Bild: Radovan Milanovic

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