Was ist mit dem Gold los?

Der Goldpreis findet sich neu – Aktien – Goldpreis Regel hat ausgedient

Die Goldpreisentwicklung in diesem Jahr enttäuscht und fragt nach dem “Warum.” Die Gleichung “fallende Börsen = steigender Goldpreis” hat ausgedient. Seit Monatsbeginn verlor der DAX 30 -3,8 Prozent und der S&P 500 -0,5 Prozent. In der gleichen Periode ging der Goldpreis um -2.6 Prozent zurück. Erwartete oder erfuhr der Anleger in der Vergangenheit schwächere Börsen, verkaufte er seine (oder ein Teil seiner) Aktien und legte den Verkaufserlös in Gold an. Tempi passati. Im Januar 2015 lag der Investor mit der Wechselwirkung “Aktien runter –  Gold rauf bzw. Aktien rauf – Gold runter” fast mit 100 prozentiger Sicherheit auf der richtigen Seite. Empirisch beweisbar mit der Gold-S&P Korrelation von -0,91. Ein Jahr später lag dieser Wert immer noch bei -0,89. Zur Zeit beträgt er nur noch -0,49, basierend auf einer Zeitperiode von einem Monat. Dieser tiefe Wert ist gleichbedeutend wie eine Münze zu werfen und auf die “Kopf-Seite” zu hoffen.

Sollte es tatsächlich zu einem befürchteten, grösseren Kurseinbruch an der Börse kommen, würde die Mittel für Goldinvestitionen fehlen, was zusätzliche Käufe dieses Edelmetalls wegen der Bedienung ausstehender Kredite zur Folge hätte. Dies wiederum könnte die Korrelation beider Anlagemedien noch mehr Richtung “Null” tendieren lasen, was eine Angleichung des Kursverhaltens zwischen Aktienindices und dem Gold bedeuten würde.

Gold auch bei Währungsfluktuationen “out”, aber…

Auch als sicherer Hafen bei schwankenden Währungen kann der Anleger nicht mehr blind auf das gelbe Metall setzen. Das Anlageverhalten der FX-Anlegers hat sich gewandelt. Diese hüpfen jetzt eher zwischen den Währungen als Ihr Kapital bei Flaute ihrer Zielwährung in Gold zu “parken.”
Doch die Handelsaktionen gegen die Handelspartner der Amerikaner wird dem USD zusetzen. Ein veritabler Währungskrieg ist wahrscheinlich. In einem solchen Umfeld käme die “Stunde des Goldes” wieder.

Notenbanken übernehmen wieder Kontrolle über das gelbe Metall

Da sich die Goldpreis-Prognosen mehr den je opportunistisch gefärbt sind bestätigen sich ihre Aussagen immer weniger. So schwindet die Zahle der Gold-Fans. Die Indizien mehren sich, dass die Nationalbanken wieder die Kontrolle des Goldes übernehmen wollen. Zu beobachten ist der Abbau der “Leitwährung” USD als Teil der Währungsreserven durch die Notenbanken, wobei die Goldpositionen wieder wichtiger werden. Grösste “Sicherheit” bei Währungsturbulenzen als Folge des Handelskrieges “jeder gegen jeden” bleibt das physische Gold (in eigenen Händen). In diese Richtung weisen der Aufbau der russischen und chinesischen Goldreserven sowie die Repatriierung des Goldes durch die Türkei, Deutschland und Holland.

Text: Radovan Milanovic

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