Warren Buffet lässt Tesla links liegen und profitiert von BYD

Tesla-Aktien rentierten seit dem IPO 1.852 Prozent

Am 29. Januar 2010 fand das IPO von Tesla. Inc. (TSLA) statt, an dem auch die Deutsche Bank AG Mitglied des Emissionskonsortiums gewesen ist. TSLA bot 13,3 Mio. Aktie zu USD 17,00 an und löste somit (brutto) USD 226,1 Mio. Angenommen, ein Investor welcher für USD 5.000 TSLA-Aktien gezeichnet hat und eine volle Zuteilung erhielt, konnte 294 Aktien sein eigen nennen (USD 5.000 geteilt durch USD 17,00). Zwischen Januar 2014 und Oktober tendierte die Aktie per Saldo seitwärts um USD 300,00. Ab 1. Juli 2017 wurde sie in einem Trading-Band zwischen USD 305,00 und USD 355,00 gehandelt. Heute schloss die Aktie bei USD 314,90. Trotz riesigen Investitionen und grossen Kapitalaufnahmen verschiebt das Management den erwarteten Zeitpunkt eines Break-even immer mehr in die Zukunft. Diese Entwicklung schlägt sich in der Performance nieder. Währen der NASDAQ seit Juli 2017 um 16,59 Prozent zulegen konnte, gab TSLA um 14,56 Prozent nach. Das Kapital (294 Aktien à USD 17,00 = USD 4998,00) unseres Investors wäre auf USD 92,581 angewachsen, was eine Rendite von 1.852,35 Prozent oder 52,50 Prozent p.a. entspricht.

Wieso hält Berkshire Hathaway keine Tesla Aktien?

Heute stellen sich die Analysten die Frage, wieso Warren Buffet mit seinen goldenen Investment-Händchen nicht in TSLA-Aktien investiert hat. Hat er das Potenzial nicht erkannt? Nein. Es gibt zwei plausible Begründungen. Einerseits investiert Warren Buffet nur in Unternehmen, welche rentabel und eine strategische führende Stellung inne haben. Zum Zeitpunkt der Aktienplatzierung galt TSLA als risikoreiche Anlage, welche auh heute immer noch nicht kostendeckend arbeitet. Der wichtigste Grund war jedoch, dass Berkshire Hathaway (BRK-A und BRK-B) bereits in ein Konkurrenzunternehmen investiert war. In ein Unternehmen, welches bereits 1995 bereit zur Produktion von e-Autos war. Am 27. September 2008 investierte die von BRK kontrollierte MidAmerican Energy USD 230 Mio. in BYD (BYDDF)-Aktien.

Ab 1. Januar 2018 fördert die chinesische Regierung zudem die Produktion von Fahrzeugen mit “neuen Energien (e- und Hybrid-Autos) vorerst bis Ende 2020 mittels Steuerrabatten. Im Klartext: Die chinesische Regierung subventioniert die Produktion und fördert die Exporte von “New Energy Vehicles” (NEV). Bereits in den ersten elf Monaten 2017 stieg die Produktion solcher Fahrzeuge um 54,1 Prozent auf 700,000 Einheiten.

Berkshire Hathaway besitzt acht Prozent an BYD

Warren Buffets Investment hat sich auf der Basis des heutigen Kurses (USD 9,08) auf USD 2,009 Mrd. erhöht. Ein Hinweis auf die Rentabilität und der Marktanteile des Unternehmens. Inzwischen ist BYD Co. Ltd. Chinas grösster Produzent von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Trotzdem: Chinas BYD-Fahrzeuge finden sich im Billigpreis-Segment, während TSLA im Luxus-Segment andere Käuferschichten anspricht. In China werden günstigste Zweitürer, ähnlich den Smart-PKWs, für ca. EUR 8.100 angeboten, während die günstigsten TSLA-Fahrzeuge in China zwischen EUR 38.000 und EUR 80.000 kosten. Aber die Erfolgsgeschichte könnte eine völlig neue Dimension erreichen. Denn die tiefe Preisstruktur chinesischer Modelle führen zu einem gewichtigen Marktvorteil gegenüber japanischen- und US-Konkurrenzprodukten. Beste Voraussetzungen für den Markteintritt in den USA und Europa.

Text: Radovan Milanovic

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