Währungsresistente europäische Gesellschaften mit hohen Renditen

Trotz politischem Druck aus Washington weitet sich das Handelsbilanzdefizit weiter aus

Das US-Handelsdefizit ist auch im September 2017 erheblich höher als erwartet ausgefallen. Dieses stieg auf USD 43,5 Mrd., verglichen mit dem Vormonatsminus von USD 42,8 Mrd. Anderseits stiegen die US-Exporte im September um 1,1 Prozent, der höchsten Steigerung seit Dezember 2014, als dieses ein Wachstum von 1,2 Prozent zeigte. Die USA exportierte vor allem Erdöl (+ USD 1,1 Mrd.), Gold (+300 Mio.) und “andere Güter” um USD 800 Mio., jedoch USD 1,0 Mrd. weniger Pharmaprodukte.

Exportwachstum der USA hinterlässt grosse Fragezeichen

Für Aussenstehende sonderbar ist die Tatsache, dass die grösste westliche Industrienation, die  Heimat der Digital Economy trotz des Vorteils des tiefen USD nicht etwa Exporte mit hoher Wertschöpfung wie Maschinen, Apparate, Pharmaprodukte steigern kann. Sondern ausgerechnet Commodities wie Crude Oil, Gas und Gold. Also Güter, denen nach der Förderung keinen monetären Mehrwert beigefügt wurden. Nicht auszudenken, wie sich die US-Handelsbilanz entwickelt, wenn der Euro nachgibt.

Global tätige europäische Multis mit hohem Verkaufanteil ausserhalb der EU

Sollte sich das Wirtschaftswachstum in Europa abschwächen, dürfte auch der Euro korrigieren. Produzenten, welche Produkte mit hoher Wertschöpfung wie Pharmaprodukte oder High-Tech Artikel erstellen und weltweite Vertriebsnetze aufweisen, können ihre Profitabilität dank noch höherem Wettbewerbsvorteil weiter steigern. Erfahrungsgemäss sind solche Firmen meist auch für ihre investorenfreundliche Politik bekannt. Solche Aktien weisen deshalb höhere Renditen als der Median des zugrunde liegenden Benchmark-Indexes auf.

Grösste europäische, kotierte Unternehmen, welche Prodkte von hoher Wertschöpfung herstellen und hohe Exportquoten in Länder ausserhalb der EU

BrancheLandVerkäufe ausserhalb
des EU  in %
Dividenden-
Rendite in %
NovartisPharmaSchweiz85 %3,8 %
NestléLebensmittelSchweiz82 %3,2 %
GlaxoSmithKlineGrossbritanienGrossbritanien81 %5,1 %
AirbusLuftfahrtechnologieHolland80 %2,2 %
Royal Dutch ShellErdölGrossbritanien / Holland79 %6,8 %
SanofiPharmaFrankreich76 %3,9 %
UnileverLebensmittel Holland 76 %3,2 %
Britisch American TobaccoTabakGrossbritanien75 %3,9 %
ABBTechnologieSchweiz / Schweden68 %3,5 %

Text: Radovan Milanovic
Datenquellen: Geschäftsberichte der Unternehmen, US census

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