Vorsicht mit diesen Investitionen in 2018

Investitionen – Risiken bei Konglomeraten

Grosse Konzerne mit diversifizierten Geschäftsgebieten wie Siemens AG mit 372.000 Angestellten, General Electric Co. (über 300.000), thyssenkrupp AG (159.000), Bayer AG (115.000)… haben eines gemeinsam, nämlich die Konglomerats-Struktur.

Verschiedene Tätigkeitsfelder, ob horizontale (integrierte, gleiche Produktionsstufen unter einheitlicher Führung), vertikale (mit dem Ziel der Optimierung der Wertschöpfung) oder Tätigkeiten, welche mit dem Kerngeschäften nichts zu tun haben werden dabei vom Konzernmanagement geleitet.

Was für Investitionen durch Kleinanleger unerlässlich ist, nämlich die Anlageversifikation zur Risikominimierung kann bei grossen Gesellschaften in Zeiten nachgebender Konjunktur, raschen, technischen Entwicklungen oder fortschreitender Automatisierung zu Problemen führen. Sei es aus konjunkturellen oder strukturellen Gründen. Unter diesen Voraussetzungen ist es schwierig, mit dem Wachstum der Mitbewerber mitzuhalten.

Konglomerate und ihre aktuellen Probleme

  • Siemens (SIE) neben einem Stellenabbau von 6.900 Einheiten plant SIE seine Medizintechniksparte abzuspalten. Die Tochter “Healthineers” soll mittels IPO an der Frankfurter Börse zu kotiert werden. 2018 soll es soweit sein
  • General Electric (GE) streicht weltweit 12.000 Stellen im Energie-Sektor und will diese Sparte erheblich verkleinern. Das Anleger-Sentiment zeigte sich im Börsenkurs, welcher seit Jahresbeginn um 44,0 Prozent einbrach, während der zugrunde liegende Benchmark, der Dow Jones Index (DJI), um 23,1 Prodzent zulegen konnte
  • thyssenkrupp: Der Druck von Aktionären und Betriebsrat kann den Geschäftsbetrieb lähmen. Grossaktionär Cevian fördert die Zerschlagung des Konzerns durch Abspaltung des Stahlgeschäftes und der Technologiesparten. Gewerkschafter will die Fusion zwischen Thyssen-Krupp und der indischen Tata Group (Umsatz USD 100 Mrd., Marktkapitalisierung USD 145 Mrd.) blockieren, denn die Folge wäre der Abbau von weit über 2.000 Mitarbeitern. Denn Indiens grösstes Konglomerat mit 696.000 Angestellten arbeitet mit wesentlich tieferer Kostenstruktur. Die indische Business-Mentalität würde zudem zu erheblichen Herausforderungen für Behörden, Management und Angestellte führen. Zudem stösst den Betriebsräten die geplante Verlagerung des Firmensitzes der Stahlsparte nach Holland sauer auf
  • Bayer: Übernahme durch Monsanto oder nicht. Eines ist klar. Eine Reorganisation mit Stellenabbau wird bevorstehen. Im Falle einer Übernahme mit den Amerikanern als neue Besitzer dürfte diese grösser ausfallen. Ein Take-Over durch die Monsanto würde zudem Überlappung verschiedener Geschäftsaktivitäten und somit eine Reorganisation auch aus Renditegründen von Bayer-Aktivitäten bedeuten. Insbesondere im Saatgutgeschäft weist Monsanto bereits eine globale Marktpräsent und ein hoher Marktanteil auf. Deshalb auch die Bedenken der EU-Kartellbehörde

Strukturelle Probleme der Banken – Risiken bei Investitionen

Konventionelle Banken stehen weltweit  vor grossen Herausforderungen wegen Niedrigzinsen und des Online-Bankings. Nur einige Beispiele der vergangenen Tage

  • Nordea Bank AB, der führende Finanzkonzern in Nordeuropa aus Schweden (Retail Banking, Corporate Finance, Vermögensverwaltung, Lebensversicherungen) mit 31.600 Mitarbeitern, streicht 6.000 Jobs (19 Prozent aller Angestellten)
  • Société Générale, die französische Grossbank setzt auch dieses Jahr ihren Stellenabbau fort. Kürzung der Belegschaft um 3.450 Stellen (von 145.700) und Schliessung von 300 Filialen
  • Commerzbank: Kürzung von 9.600 Stellen bei einer Beschäftigung von 41.500 Arbeitnehmern. Parallel dazu will das Institut 2.300 Jobs im Digitalsektor kreieren
  • Deutsche Bank CEO, John Cryan kündigte an, dass die Automatisierung tausende ihrer 97.000 Jobs kosten wird

Bereits 2016 sind in der EU 50.000 Arbeitsplätze in der Finanzindustrie aus strukturellen Gründen abgebaut werden. Zudem sind 9.100 Bankfilialen oder 4,6 Prozent aller Filialen geschlossen worden. Im vergangenen Jahr wies die Gesamtbeschäftigung im Bankgewerbe den tiefsten Stand seit 1997 auf. In diesem Jahr dürfte sich der Trend  in gleichem Masse fortgesetzt haben.

Text: Radovan Milanovic

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