Versicherungsgesellschaften mit neuen Geschäftsfeldern

Versicherungsgesellschaften bereiten sich auf die urbane Mobilität der Zukunft vor

Wohl um sich auf die künftigen Versicherungsrisiken vorzubereiten und diese abdecken zu können, untersuchte der schweizerische Versicherungskonzern AXA die veränderten Mobilitätsbedürfnisse der Gesellschaft. AXA ging es dabei um die Frage, wie sich die urbane Mobilität bis 2030 der Bereiche Drohnen-Transport, eBikes und Car- oder Bike-Sharing entwickelt. Denn diese wird die Sicherheit von uns allen tangieren. Bereits heute beschäftigen sich Staat und Gesetzgeber mit möglichen Szenarien, damit Gesetzesgrundlagen geschaffen werden, um für die künftige, veränderte Mobilität gerüstet zu sein.

Aktuelle Vorschriften für die Nutzung von Drohnen

Deutschland

  • Versicherung: Meist genügen die genügen die Leistungen der privaten Haftpflichtversicherungen nicht oder die Deckung für Schadenfälle durch Drohnen ist ausgeschlossen. Empfohlen wird eine Drohnenversicherung
  • Kennzeichnungspflicht der Drohne ab einem Startgewicht über 250 Gramm mit Angaben des Halters, bzw. Eigentümers sowie mittels Drohnen Kennzeichen / Plakette
  • Gesetzliches Mindestalter des Drohnen-“Piloten” meist durch Versicherungsbedingungen definiert. Das Mindestalter zur Benutzung von Drohnen mit einem Gewicht über 2 kg beträgt 16 Jahre. Für die Benutzung solcher Drohnen benötigt der Pilot einen Drohnen-Führerschein
  • Flugbereich: Maximale Flughöhe 100 m über Boden sowie nur in Sichtweite. Daneben definiert der Gesetzgeber genaue Flugverbotszonen

Schweiz

Die rasche Verbreitung von Drohnen (unmand aerial vehicle, UAV), Kameradrohnen, Multikoptern und Quadrocoptern im Zuge der Bevölkerungs- und Verkehrsdichte im schweizerischen Mittelland setzt den Gesetzgeber unter Zugzwang, in Kürze Gesetze und Verordnungen zu beschliessen, um die Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken. In der Öffentlichkeit werden zur Zeit neue UAV-Gesetze und -regulierungen diskutiert und vorbereitet. Ein solches Gesetz, welches für jegliches Führen einer Drohne und ähnlicher Fluggeräte einen Drohnen-Führerschein vorsieht, könnte bereits 2019 Kraft treten.

Bis heute ist der Betrieb aller Fluggeräte bis zu einem Eigengewicht  von 30 kg ohne Genehmigung möglich. Ab einem Startgewicht von 500 Gramm besteht jedoch eine Versicherungspflicht mit einer Deckung von min. CHF 1,0 Mio. Ein Flugbetrieb ist nur bei Sichtkontakt bis 150 m Höhe möglich. Eine Kennzeichnungspflicht besteht nicht, jedoch strikte Flugverbotszonen sowie regionale, autonome Bestimmungen und Beschränkungen

AXA mit strengen versicherungstechnischen Forderungen

Die Unfallforscher der AXA demonstrierten in Dübendorf (Schweiz) am 23. August anhand von drei Crash-Tests die Risiken von UAV, eBikes und Car-Sharing im täglichen Gebrauch.

Schlägt bereits eine 9 kg schweren Transportdrohne auf ein Seitenfenster eines Autos, durchbricht diese die Scheibe und stürzt in den Führerraum. Schwerste, ja tödliche Folgen können die Folge sein. Bereits kleine UAV können erhebliche Schäden an Mensch und Tier verursachen. Aus diesem Grund fordern die Unfallforscher der AXA, dass sämtliche Piloten, welche Drohnen ab einem Gewicht von 500 Gramm steuern, eine obligatorische Theorie-Prüfung erlangen müssen. Der Versicherer fordert zudem für Piloten von UAV ab einem Gewicht von 900 Gramm eine zusätzliche praktische Weiterbildung.

Urbane Mobilität – den Versicherern locken rentable Geschäfte

Ob Drohnen, e-Bikes, Bike-Sharing.., den Versicherungsgesellschaften fliegen im wörtlichen Sinne neue rentable Geschäfts- und Einkommensmöglichkeiten zu. Denn je umfangreicher die Gesetze, Vorschriften und Reglementierungen, desto kleiner die Versicherungsrisiken der Versicherungsgeber. Da es sich noch um neue Versicherungsrisiken handelt, welche erst bescheidene Umsätze generieren, halten sich die Versicherer bezüglich der Schadensbilanz noch bedeckt. Sie dürfte sich jedoch – dank der komenden Gesetzes- und Regulierungsflut – äusserst positiv entwickeln

Text: Radovan Milanovic

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