Verliert Jeff Bezos die Macht bei Amazon?

Scheidung der Bezos‘ dürfte weitreichende Konsequenzen für AMZN haben

Am 28. November 2018 gab Amazon.com, Inc. (AMZN) der SEC (FORM 4, SEC as of November 30, 2018) bekannt, dass sich der Bestand von Jeff Bezos um weitere 39‘612 Aktien erhöht hat. Womit er nun insgesamt 78‘818‘217 Aktien hält. Ausgehend von der letzten offiziell festgehaltenen Anzahl an ausstehenden 484‘969‘744 Amazon-Aktien (gemäss Notice of 2018 Annual Meeting of Shareholders to be held on Wednesday, May 30, 2018) hält der Gründer und CEO 16,25 Prozent Aktien des Unternehmens. Öffentlich verfügbaren Quellen zufolge wählte das Ehepaar den US-Güterstand „community property“, identisch mit der deutschen Zugewinngemeinschaft. Bei einer Scheidung wird der Zugewinn – Aktiven und Passiven – zwischen den beiden Partnern geteilt.

Nach vollzogener Scheidung dürfte Jeff Bezos nur noch 8,13 Prozent an Amazon besitzen. Andere Grossaktionäre werden in der Folge zweifelsohne ihren Einfluss an AMZN mittels Einsitz in der Geschäftsleitung zwecks Gewinnmaximierung fordern, erhalten und dem Unternehmen ihre Stempel aufdrücken.

Amazon vor Änderung der Managementstruktur

Änderung der Managementstruktur nicht mehr aufzuhalten

Die einflussreiche Vermögensverwalter, The Vanguard Group, Inc, (www.vanguard.com) mit einem verwalteten Vermögen von mehr als USD 3,0 Bio. hält mit 28‘976‘932 Aktien 5,93 Prozent (Wert über USD 43,5 Mrd.). Vanguard erhöhte seinen Anteil im vergangenen Quartal um +1,8 Prozent (oder 512‘297 Aktien). Drittgrösster Anteilseigner ist Fidelity Management & Research Limited Liability Company (FMR LLL, www.fidelity.com) mit einem Stake on 3,48 Prozent (+2,04 Prozent) mit 17‘005‘234 Aktien (über USD 25,5 Mrd.).

Solange Amazon’s Umsatz-, Gewinn- und Kursentwicklung stimmt, herrscht vordergründig noch „business as usual.“ Doch beide Fondsgesellschaften sind für ihre erfolgreiche Vermögensverwaltung bekannt. Als US-Unternehmen streben sie die grösstmögliche Rendite ihrer Investitionen an. Eine Outperformance eigener Fonds im Vergleich mit Konkurrenzprodukten (gleiche Investitionsziele) zieht weiteres „smart money“ an. Glückliche Investoren sind in solchen Fällen bereit, den Fonds-Gesellschaften höhere Verwaltungsgebühren (in Form von Erfolgshonoraren) zu zahlen. Dies wiederum setzt die Fonds-Manager weiter unter Druck; ein Endloskreislauf.

Das Beispiel „Nestlé“ spricht Bände: Mit dem Erwerb von ca. 40 Mio. Nestlé (NES) Aktien und Nestlé-Derivaten durch seinen Hedge-Fonds Third Point LLC erwarb der Amerikaner  in 2017 1,31 Prozent des Lebensmittel Multis. Als erstes bemängelte er die schlechte Performance der NES-Aktie der vergangenen 10 Jahre. Er fordert NES ultimativ auf, seine Beteiligung an L’Oréal (26,4 Prozent, aktueller Beteiligungswert EUR 29,2 Mrd.) zu veräussern, sowie ein kreditfinanziertes Aktienrückkaufsprogramm. Doch das Management ging bis heute noch nicht auf seine Forderungen ein.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: geralt

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