US-Strafzölle jetzt auch auf Autos, schlechtes Omen für die Börsen in der kommenden Woche

Angekündigten Strafzöllen durch das Weisse Haus folgen Drohungen aus Brüssel, was neue Reaktionen durch die neue US-Administration hervorrief. Der Krieg der Worte ist entbrannt. Die Drohungen durch den EU Präsidenten Jean Claude Juncker zielen vorerst nur auf drei US-Produkte. Nämlich auf Harley-Davidson, Bourbon Whisky und Levi’s Jeans. Während die Exportbeschränkungen die europäischen Stahlkochern ganz schön unter Druck setzen dürften, ist die angekündigte Rache aus Brüssel eher kosmetischer Natur. Zu den drei Betroffenen, sollte es bei denen bleiben:

  • Bourbon Whisky: Bei den Produzenten handelt es sich massgeblich um Alltech Lexington Brewing, Beam Suntory, Brown-Forman sowie Heaven Hill Distilleries, Inc., Kentucky Bourbon Distillers, Luxco, Castle, Sazerac, Buffalo Trace Distillery sowie Wild Turkey. Diese Gesellschaften wiesen 2017 einen Umsatz von rund EUR 2.2 Mrd. von Bourbon Whisky aus, wovon ca. EUR 1,3 Mrd. exportiert wurden, davon knapp 30 Prozent oder EUR 400 Mio. in den EU-Raum. Mit Ausnahme von Brown-Forman (NYSE BF.F zu USD 56,15) sind alle anderen Gesellschaften in privater Hand und nicht kotiert
  • Harley-Davidson: Das 10-K Reporting für die SEC (US- Wertschriftenbehörde) vom 21.02.2018 weist für das Geschäftsjahr 2017 einen Rückgang der verkauften Einheiten in Gesamteuropa (europäischer Kontinent) um 903 (-2,0 Prozent) auf 44,935 Einheiten mit einem Gesamtwert von EUR 440 Mio. auf, verglichen mit einem globalen Absatz von insgesamt 342.788 (-6,7 Prozent) Motorfahrrädern. Davon wurden in den USA alleine 147.972 (-8,5 Prozent) Einheiten verkauft. Harley-Davidson dürfte somit ihr Ziel, die “starke Expansion in Europa” vorerst aufs Eis legen. Nach einem enttäuschenden Geschäftsjahr 2017 liegt die Aktie mit USD 44,20 beim 52-Wochen Tief
  • Levi Strauss KK befindet sich in privater Hand. Die Levi’s-Jeans werden nach den Regeln der Nachhaltigkeit produziert. Sämtliche Zulieferer kommen aus dem Ausland, vor allem aus klassischen Textilproduzenten Ländern wie China, Vietnam, Indien und Bangladesch. Levi’s werden in Mexiko und China poduziert

Die angedrohte Retourkutsche aus Brüssel betrifft – vor dem Reaktion auf die geforderten Strafzöllen der USA – somit bei Bourbon ein Importvolumen von ca. EUR 400 Mio., bei Harley-Davidson von EUR 440 Mio., total EUR 840,00. Bei Levis, soweit recherchierbar, findet keine direkter Export aus den USA in die EU statt. Der kritischen Grösse der Stahlexporte EU – USA von ca. EUR 5,2 Mrd. stehen EUR 840,00 durch die Europäer zur Diskussion.

Text: Radovan Milanovic
Quelle: Harley-Davidson, Levi Strauss KK
Bild: pixabay

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