US-China Handelskrieg – EU Gesellschaften, die grossen Gewinner

Handelsvolumen im Volumen von USD 70 stehen zur Disposition

Eine soeben publizierte Analyse des amerikanisch-chinesischen Handelskrieges durch die Konferenz der Vereinigten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf kam zwei Ergebnissen:

  • Grosser “Sieger” des Handelsstreits zwischen den Präsidenten Xi Jinping und Donald Trump dürfte die EU bzw. in der EU domizilierte Gesellschaften sein, welchen ein Handelsvolumen von USD 70 Mrd. zufallen sollte
  • “Zweite Gewinner” seien Japan, Mexiko und Kanada, so die UNCTAD

Die UN-Agentur nimmt an, dass chinesische Exporte im Umfang von USD 50 Mrd. dem EU Handel zugute kommen und EU Unternehmen an Stelle amerikanischer Gesellschaften Güter und Dienstleistungen für USD 20 Mrd.  liefern können.

Die ab März 2018 eingeführten Zölle auf Stahl und Aluminium werden zum Abbau von Überkapazitäten globaler Anbieter aus der EU, Indien, Kanada, Türkei und Südafrika,… führen, welche dank Subventionen ihre Produkte zu Dumping Preisen exportier(t)en.

Studie bestätigt die Ineffizienz von Zöllen

Brasilianische Produzenten profitieren zur Zeit davon, dass US-Soja im Gegensatz zu brasilianischer hohen Zöllen unterworfen sindNachdem China einen Importzoll von 25 Prozent auf US-Sojabohnen verhängte, erfolgte ein Einbruch der Soja-Bohnen-Nachfrage aus den USA durch China. Die Preise dieses Commodity fielen im Juni/Juli 2018 um 18 Prozent) und die Exporte nach China, sackten um 98 Prozent ein. Noch im Januar 2018 betrugen die chinesischen Soja-Importe aus den USA einen Wert von USD 1,2 Mrd. Bis Februar/März 2018 erwarb China 60 Prozent der gesamten US-Produktion. Sollten die bilateralen Handelsgespräche beider Staaten erfolgreich verlaufen, will China vorerst weitere 5 Mio. Tonnen erwerben.

China ist der weltweit grösste Käufer von Soja, welches für die Nahrungsmittel Industrie und die Landwirtschaft verwendet wird. Aufgrund des Wegfalls von US-Soja Importen waren die Chinesen gezwungen, sich nach anderen Lieferanten umzuschauen. Sie fanden ihn in Brasilien (Jahresproduktion 2018, 86,8 Mio. Tonnen) und Argentinien (53,4 Mio. Tonnen) den neben den USA (108 Mio. Tonnen) grössten Produzenten. In der Zwischenzeit hat Brasilien die USA als grössten Soja-Lieferanten Chinas abgelöst.

Chinas Nachfrageeinbruch nach Soja führte auch zum Preiseinbruch dieses Commodity

Die UNCTAD ist sicher, die USA ihre Position als Hauptlieferant Chinas verloren haben und diese nicht mehr innehaben werden. Brasilianische Produzenten profitieren zur Zeit davon, dass US-Soja im Gegensatz zu brasilianischer hohen Zöllen unterworfen sind. Sollte diese Zölle wieder fallen, dürften Nicht-US Produzenten mittel- bis langfristig im Preiskrieg mit der US-Farmindustrie stehen. Diese Entwicklung dürfte zu weiteren Verlierern führen.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: charlesricardo

Das könnte Sie auch interessieren: