US-Börsen im Zuge von Bewertungskorrekturen und Branchenrotation

Branchenrotation nimmt Fahrt auf

Wie in den vergangenen Tagen verloren auch heute die hoch bewerteten Schwergewichte der Internetbranche, wie Amazon (AMZN), Apple (AAPL), Facebook (FB) und Google (GOOG).

Neue Favoriten der Branchenrotation sind Bankaktien im Hinblick auf die Ausweitung der Geschäfte im Zusammenhang mit dem erwarteten höheren Wirtschaftswachstum. Die 34 grössten Finanzinstitute bestanden den ersten Stresstest durch die Notenbank. Diese Banken weisen im Durchschnitt eine Risikoreserve 9,2 Prozent im Falle eines “Worst Case Scenario” (Kreditausfall) von Krediten m Betrage von USD 383 Mrd. auf. Die Finanzbehörde versicherte die gute Kapitalisierung der geprüften Banken.

Die Prüfung der Banken erfolgte auch im Hinblick auf die Finanzierung der erwarteten riesigen Staatsaufträge zur Erneuerung der Infrastruktur und der Ansiedlung repatriierter US-Unternehmen. Den Banken locken profitable Geschäfte im Finanzierungs-, Platzierungsgeschäft (Anleihen, Aktien) und der Vermögensverwaltung dieser Papiere.

Es geht langsam vorwärts mit der neuen Krankenversicherung. Zum ersten Mal zeigen sich die Demokraten – unter gewissen Bedingungen – bereit, einer neuen Krankenversicherung eine Chance zu geben. Unter einer “ObamaCare-Plus” dürfte den Demokraten das Gesicht wahren. Die neue Administration, dürfte unter zeitlichem Zugzwang zu Zugeständnissen bereit sein.  Die bekannten Aetna (AET ), Cigna (CIGNA) und HBM Healthcare (HBMN) waren gesucht. Besonders starke Performer waren Envision (EHVC)  +3,4 Prozent, HCA (HCA) +2,5 Prozent und Gilead (GILD) + 4,6 Prozent. Das Marktvolumen dieser Branche wird auf USD 3,8 bis USD 4,0 Bn. geschätzt. Mit Rückenwind der Gesundheitspapiere stiegen auch (risikobehaftete) Biotech-Aktien wie Xbiotech Inc. XBIT) +19 Prozent und Sangamo Tehrapeutics Inc. (SGMO) + 14 Prozent.

Die amerikanische Wirtschaft und ihre Eigendynamik

Um einer möglichen Inflation entgegenzuwirken, hat das US-Fed die Zinsen erhöht. Wie richtig dieser Entscheid war, zeigte sich im Anstieg p.a. der Hauspreise um +6,8 Prozent im ersten Quartal 2017 (+6,2 Prozent im 4. Quartal 2016). Statt einem erwarteten Wachstum von +0,5 Prozent, überraschte das Plus von +0,6 Prozent (im ersten Quartal 2017). Anziehende Hauspreise bergen die Gefahr von spekulativ begründeter Inflation, finanziert durch Kredite.

Text: Radovan Milanovic

Das könnte Sie auch interessieren: