Tesla und Apple oder Tesla und General Motor, nichts scheint möglich

Tesla’s Verschuldung steigt und steigt. Und mit ihr fällt die Eigenkapitalbasis. Im Januar 2019 sprachen chinesische Banken den Amerikanern USD 5,0 Mrd. an Finanzierung zu. Gemäss SEC Reporting vom 07. März 2019 erhielt Teslas Gigafactory in Shanghai zusätzlich einen Kredit “bis Yuan 3,5 Mrd.” (USD 520 Mio.) durch ein chinesisches Bankenkonsortium. In Anbetracht des schlechten Ratings von TSLA, erstaunen die vorteilhaften Kredit-Bedingungen der Chinesen: 12-monats USD-Libor +1 Prozent. Das aufgenommene Kapital dient zur (Teil-)Finanzierung der chinesischen Auto- und Batterie-Produktionsstätte in Shanghai. Tesla plant, die Gigafactory bereits Ende 2019 in Betrieb zu nehmen.

Tesla und Apple oder Tesla und General Motor, nichts scheint möglich
Quelle: pixabay.com, Creator: Free-Photos

Nachdem der Konzern alleine im 1. Quartal 2019 rund USD 1,5 Mrd. an Kapital vernichtet hat, fehlt Tesla (TSLA) offensichtlich notwendiger Cash-Flow zur Finanzierung des Wachstums. Aufgrund des starken Rückganges der Fahrzeugauslieferungen im 1. Quartal fiel der Cash-Bestand auf ein 3-jahres Tief von USD 2,2 Mrd. Die Konsequenz: Am 03. Mai 2019 gab TSLA bekannt, mittels Kapitalerhöhung und Ausgabe von Convertible Bonds (Wandelanleihen) weitere USD 2,35 Mrd. zu lösen. Das aktuelle Fremd-/Eigenkapital-Verhältnis (Debt/Equity Ratio) ist in der Folge auf 48 gestiegen, was nicht nur die Aktien-Kurse sondern auch die Anleihen-Preise unter Druck setzte. So liegt die liquide Anleihe USD 5,3 Prozent Tesla (mit Fälligkeit) 15.08.2025 nur noch bei 80,4 Prozent, was einer Rendite auf Verfall von 9,23 Prozent entspricht (+681 Punkte über 7-jährige US-TB). Die Zukunft des Autobauers wird immer unsicherer, während der Kapitalhunger des US-Autobauers kaum gestillt werden kann. Je höher die Verpflichtungen, desto ungünstiger entwickelt sich die Bonität, was die Kreditkosten noch weiter verteuert. Immer mehr Analysten zweifeln, ob sich TSLA je zu einer klassische Wachstumsstory der New Economy entwickeln wird.

Lohnexzess durch Elon Musk

Wie das Magazin CCN berichtet, scheint der CEO Elon Musk “sein” Unternehmen als Privatschatulle zu betrachten. 2018 soll er Vergütungen von USD 2,3 Mrd. bezogen haben und avancierte damit zum weltweit höchst bezahlten CEO. Unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen bereit ist, die Summe aller Risiken, mit dem riesigen Kostenblock des CEOs zu übernehmen.

Cash-Flow Probleme wären mit Übernahme von TSLA gelöst

Szenario 1: Tesla + Apple = Verwässerung von Substanz und Wachstum von AAPL

Mit einem Cash-Bestand von rund USD 112 Mrd. wäre die Übernahme von Tesla durch Apple (AAPL) mit einer Marktkapitalisierung des Autobauers von USD 30,3 Mrd. fast ein Klacks. Doch ein Take-over würde das Wachstum von AAPL ausbremsen und die Substanz des Kommunikationsriesens verwässern, was zum Aufstand von Grossaktionären wie Warren Buffet (Berkshire Hathaway) führen würde.

Szenario 1: Tesla + General Motors = Reine Planspiele, kaum realistisch

Hinsichtlich e-Autos liegt General Motors (GM) im Vergleich zu anderen globalen Auto-Produzenten zur Zeit uneinholbar im Rückstand. Einzig mit den e-Autos Chevrolet Bolt EV und Sonic beginnt GM mit ersten Gehversuchen. Im US-Preiskampf mit Teslas Model 3 (Kaufpreis der günstigsten Version USD 35,000) reduzierte GM den Preis des Bolt EV von USD 41,020 auf USD 37,495. In Anbetracht des GM-Kapitalisierung von USD 49,8 Mrd. und eines Netto Cash-Flows von USD 5,7 Mrd. (Stand 31.12.2018) ist eine Übernahme von TSLA durch GM ohne weitere Verschuldung unrealistisch.

Text: Radovan Milanovic

Hinterlassen Sie einen Kommentar:

Das könnte Sie auch interessieren: