Tesla-Aktien wieder im Rampenlicht

Tesla, vom „Enfant terrible“ zum „Shooting Star“?

Seit dem Jahrestief der Tesla-Aktie am 08. Oktober 2018 war die Aktie einer der wenigen Papiere, welche sich im 2. Semester des vergangenen Jahres erholte. Denn die Mehrheit der Papiere tendierte seit dem Sommer Richtung Jahrestief. Kaum eine Aktie ist wie TSLA im vergangenen Jahr so durchgeschüttelt worden. Analysten und Investoren befürchteten eine mögliche Illiquidität des Unternehmens. Immer wieder wurde der Zeitpunkt eines erwarteten Break-even in die Zukunft verschoben, Unterbrüche der Produkten des „Models 3“, Liefertermine konnten nicht eingehalten werden…

Tesla-Aktien wieder im Aufwind

Doch plötzlich wendete sich im Blatt: Zur grossen Überraschung der Analysten gab der Autobauer am 25. Oktober 2018 die Wende bekannt, jedoch gefolgt von weiteren Hiobsbotschaften:

Q3 Umsatz und Gewinn sorgen für Überraschungen

Die Überraschung, welche viele Tesla-Fans entzückte: Q3 Umsatz USD 6,8 Mrd. und Gewinn von USD 311 Mio. (Verlust der Vorjahresperiode USD 619 Mio. Elon Musk rechnete an der Pressekonferenz auch für das 4. Quartal mit einem Gewinn. Doch er warnte, dass grössere Investitionen – wie die der „Gigafactory 3“ in China? – TSLA kurzfristig wieder in rote Zahlen führen könnten

US-Steueranreize zum Kauf von e-Autos laufen 2019 aus

Amerikanische Käufer von e-Autos, welche ihre Fahrzeuge bis 31.12.2018 bezogen, erhielten auf der Bundessteuer eine Steuergutschrift von USD 7.500. Diese Gutschrift beträgt für Käufer vom 01. Januar 2019 bis 30. Juni 2019 nur noch USD 3,750, reduziert sich bei Käufen bis Ende 2019 auf USD 1.875 und läuft dann aus. Ende 2018 konnten die Lieferfristen für rund 3.000 bereits gebaute Model 3 Fahrzeuge nicht ausgeliefert werden. Elon Musk versprach jedoch seinen Kunden, welche ihre Fahrzeuge bis zum 20. Dezember 2018 bestellten, im Falle einer nicht fristgerechten Lieferung, den Steuerbonus zu ersetzen.

Analytiker der e-Auto-Industrie führen den steigenden Absatz von e-Fahrzeugen in den USA und Deutschland dem Umstand von Steuererleichterungen zu. Sie sind überzeugt, dass nach Ender der Lenkungsmassnahmen in Form staatlicher Kaufanreize die Nachfrage nach e-Autos wieder abnehmen könnte. Auffangen dürfte ein Nachfragerückgang mit Preissenkungen der Hersteller und Fortschritte bei der Batteriekapazität, bzw. der Vergrösserung der Reichweite. In diese Richtung weist auch die Preispolitik von TSLA: Mit der Reduzierung der Steuervergünstigung tritt der Autobauer in die Bresche und senkt die Preis für alle Fahrzeuge in den USA ab morgen Mittwoch um USD 2.000.

Tesla’s Abhängigkeit von chinesischen Bordcomputern

Der Bordcomputer, welcher das Model 3 steuert, also das Gehirn der Limousine, wird in China gefertigt und unterliegt seit August dem US-Sondereinfuhrzoll von 25 Prozent, was das Fahrzeug erheblich verteuert und die Rentabilität des Unternehmens drückt. Elon Musk ersuchte Präsident Trump um eine Ausnahmebewilligung zum steuerfreien Import des Bordcomputers. Er argumentiert, dass eine Umrüstung auf einen anderen Hersteller würde neben Qualitätsrisiken auch zu einer Verzögerung von 18 Monaten des Models 3 führen würde.

Gigafactory 3 in China soll bereits ab 2020 produzieren

Mit dem Spatenstich der Gigafactory 3“ in Shanghai dürfte das Gesuch einer Ausnahmebewilligung des Sonderzolls importierter Elektronik vom Tisch sein. Tesla plant die Modelle 3 und Y in günstigeren Versionen zu bauen. Bereits ab 2020 sollen in Shanghai 500.000 Fahrzeuge fabriziert werden.

Europäer haben 14.000 Model 3s (Sedan) Fahrzeuge bestellt

EU-Zulassung dieses Fahrzeuges ist noch nicht erfolgt. Ab Februar soll der Verkauf in Europa starten. Sollte bis dann die Zulassung nicht über die Bühne sein, würde sich eine neue Baustelle für TSLA ergeben und die ganze Planung der Absatzziele 2019 in Frage stellen.

Technische Einschätzung der Tesla-Aktie

Die Aktie schloss am Montag mit einem Tagesgewinn von USD +17,27 auf USD 334,96. TSLA wird ein Potenzial von vorerst USD 345,71 und dann bis USD 380,05 seinen Hochs vom 07. August 2018 und 14. Dezember 2018 (Widerstand) zugestanden. Sollte diese Hürde geschafft werden, wäre gar ein Anstieg bis USD 420,15 möglich. Doch die meisten Indikatoren weisen auf überkaufte Situation hin. Ein Rückgang der Kurse käme vorerst beim nächsten Support bei USD 318,01 zu liegen.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: Blomst

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