Sommerhitze 2018 – Ernteausfälle – Mangel an Gemüse erhöht Inflationsrisiken

Börsen im “business as usual”-Modus

Trotz Rekordtemperaturen herrscht an den Wertpapierbörsen “business as usual”. Vor dem Hintergrund des starken US-Bruttosozialproduktes von +4,1 Prozent im 2. Quartal 2018 (p.a), welches einerseits dem zeitweise tieferen USD zu verdanken ist und eine grössere Wettbewerbsfähigkeit zur Folge hat (67 Prozent der Firmen übertreffen die Analystenerwartungen) und anderseits den höheren Staatsausgaben (Stimmulus), stiegen die US-Börsen und in ihrem Gefolge die europäischen Wertpapiermärkte. Obwohl die Stimmung hierzulande nicht die beste ist. Laufen die genannten Effekte aus, verpuffen sie oder trifft die chinesische Antwort im Handelsstreit die US-Unternehmen allzu hart, wird sich der Markt neu orientieren.

Lebensmittel – Preiserhöhungen werden die Inflation zusätzlich anheizen

Faktisch niemand spricht über unvermeidbaren und teilweise schon eingetretenen Preiserhöhungen der Grundlebensmittel. Der deutsche Bauernverband spricht von “starken Ernteeinbussen.” So soll die Getreideernte bereits Ende Juli mit einem Ertrag von nur 3,7 Mio. Tonnen seit Jahrzehnten und nicht mehr so gering sein und rund einen Drittel tiefer als das ebenfalls schlechte Vorjahr ausfallen. Auch die Ernten von Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln, Bohnen… werden erheblich tiefer als üblich sein. Sowohl das Brot, als auch die Kartoffeln und Kartoffelprodukte werden teurer. Die dürren Felder werden auch die Preise für Futtermittel in die Höhe treiben, was kurzfristig die Milchpreise verteuert und mittelfristig Einfluss auf die Fleischpreise haben wird. Bereits für den Monat Juni ergaben sich für den Konsumenten erhebliche Preiserhöhungen, wie von Destatis ausgewiesen. Einzig beim Obst überwiegen die positiven Effekte des warmen Wetters.

Quelle: Statistiscches Bundeamt (Destatis) 2018

Die Weizenpreise – stellvertretend für landwirtschaftliche – Produkte stiegen seit Januar an CBOT (Chicago Board of Trade) um 25,9 Prozent. Der deutsche Warenkorb zur Berechnung der Inflationsrate gewichtet den Ausgabenposten  “Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke” mit 10,3 Prozent. Die Verbraucherpreise dürften bereits für den Juli 2018 höher als 2,0 Prozent – wie erwartet – ausfallen (am 14. August wird Destatis die neusten Daten veröffentlichen). Die vollständigen Teuerungseffekte werden jedoch erst in den nächsten Monaten an den Regalen der Lebensmitteländler sichtbar werden.

Weizen CBOT Rolling Rohstoff

Weizen CBOT Rolling Rohstoff Chart

Höhere Inflation – höheres Zinsniveau – höhere Börsenrisiken

Steigende Lebenshaltungskosten (Inflation) versuchen die Notenbanken mittels Zinserhöhungen zu bekämpfen. Höhere Zinsen, verteuern die Fremdkapitalkosten und beeinflussen die Resultate der Unternehmen. Die Gewinnerwartungen müssen somit revidiert werden und mit ihnen die Aktienbewertungen. Neben den vor sich hergeschobenen Probleme der Handelssaktionen drohen nun auch echte Gefahren durch die aufkeimende Inflation. Der Investor ist zum Schutz seines Kapitals gefordert, noch vorsichtiger zu agieren.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: fbhk

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