Solarworld – Phönix aus der Asche?

Einführung substanzieller US-Importzölle für koreanische und chinesische Sonnenkollektoren

Der letzte Coup zum Vorteil der US-Wirtschaft vor seinem Reise ans WEF (World Economic Forum) in Davos wurde in der deutschen Presse kaum zur Kenntnis genommen. Er dürfte jedoch für die US-Tochter von Solarworld Industries GmbH für volle Auftragsbücher und in der Folge für Liquidität beim Mutterhaus in Bonn sorgen.

Koreaner exportieren hauptsächlich Waschmaschinen – Chinesen Sonnenkollektoren

Wegen “unfairer” Handelspraktiken führt die amerikanische Regierung Importzölle für koreanische und chinesische Solar Panels und Waschmaschinen ein. Während vor allem koreanische Hersteller von Waschmaschinen unter den neuen Zöllen betroffen sind, sind es bei Sonnenkollektoren chinesische Produzenten. Die Chinesen sind denn auch die grössten Exporteuere mit Ziel USA.

Alleine die beiden koreanischen Firmen Samsung Electronics und LG Electronics exportieren pro Jahr zwischen 2,5 und 3,0 Mio. Waschmaschinen im Gesamtbetrag von rund USD 1,0 Mrd. in die USA. In Zukunft unterstehen die ersten 1,2 Mio. importierten Einheiten 20 Prozent und auf alle weiteren 50 Prozent Importzoll. Im dritten Jahr fällt der Zolltarif auf 15, bzw. 40 Prozent. Einzig Hanwha Q CELLS exportiert in grösserem Masse Solarproukte in die USA.

Unter den 10 grössten Solar Panel Herstellern weltweit befinden sich acht Gesellschaften, nämlich JinkoSolar, Trina Solar, JA Solar, GCL-SI (HKG), LONGi Solar, Risen Energy, Shunfeng und Yingli Green (nach ihrer Grösse aufgeführt). Im stark umkämpften Markt von Sonnenkollektoren sind die ausgesprochenen neuen Zölle zwar tiefer als bei Waschmaschinen doch aufgrund der engen Margen der Industrie können sie für Exporteure existenzbedrohend sein. Nach einer zollfreien Quote von jährlich 2,5 Gigawatt noch nicht montierter Solar Panels unterliegen sämtliche weiteren im ersten Jahr einem Importzoll von 30 Prozent. Diese reduzieren sich bis auf 15 Prozent im vierten Jahr.

Solarworld Americas Inc., der Gewinner amerikanischer Strafzölle

Solarworld Americas Inc. lobte denn auch den Entscheid, des Präsidenten, die Massenimporte aus den beiden asiatischen Staaten mit Strafzöllen zu belegen. Das Unternehmen besteht seit bereit über 42 Jahren in den USA, produziert und vertreibt High-Tech Solar Lösungen für Private, Unternehmungen und die öffentliche Hand. Seine Jahres-Kapazitäten betragen 430 Megawatt zur Produktion von Solarzellen und 550 MW für Solarmodule.

Text: Radovan Milanovic

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