Soft Brexit oder Hard Brexit, die wirtschaftlichen Konsequenzen

Bayerns Unternehmer mit starker Verankerung in Grossbritannien

Der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), Eberhard Sasse, spricht davon, dass betroffene Betriebe eines Brexits stürmische Zeiten vor sich haben. Er betont das drohende Ende des freien Waren- und Dienstleistungsverkehrs, macht den Unternehmern jedoch Mut. Sasse ist überzeugt, dass die Folgen des Brexits „mit einer guten Vorbereitung“ zu bewältigen seien.

Eine ifo-Studie im Auftrag durch die IHK bezifferte die mutmasslichen Konsequenzen eines harten Brexits für Bayern alleine mit einer langfristigen, jährlichen Einbusse der Wirtschaftsleistung von rund EUR 1,4 Mrd. oder 2,4 Prozent des BIP. Bayerns Wirtschaftsleistung lag in 2017 bei EUR 59,4 Mrd. Bayerische Unternehmen haben Investitionen von ca. EUR 22 Mrd. (Stand Ende 2016) in Produktions- und Betriebsanlagen in UK getätigt. Sie führen rund 460 Niederlassungen mit rund 64.000 Mitarbeitern.

UK und die EU: No Deal – Der hard Brexit und die Konsequenzen

No Deal – Der hard Brexit und die Konsequenzen

Ein Ausscheren Grossbritanniens aus dem Staatenverbund am 29. März 2018, würde für das Land das Ende der Sonderregelungen beim Zugang zum EU-Binnenmarkt bedeuten. Stattdessen greifen dann bis auf weiteres die Bestimmungen der Welthandelsorganisation (WTO). UK wäre jedoch dann in der Lage mit jedem Handelspartner, wie den USA, eigene und massgeschneiterte Handelsverträge auszuhandeln.

Die Auswirkungen für alle Beteiligten (UK und die EU) bei einem hard Bexit wären kaum abzuschätzen. Nur einige wichtige Kernpunkte, welche noch drohen:

  • …für rund 3,0 Mio. EU Bürger, welche in UK und 1,3 Mio. Briten, welche in der restlichen EU arbeiten
  • Der UK-Notenbankpräsident bestätigt bereits den Verlust des UK Wirtschaftswachstums um 1,3 Prozent in 2018, und ein erwarteter weiteres Minderwachstum von 1,9 Prozent, bzw. 1,6 Prozent in 2019 und 2020
  • UK würde nicht mehr der EU-Gesetzgebung und dem europäischen Gerichtshof gebunden sein. Anderseits würde eine Einigung mit der EU der Wirtschaft ein zusätzliches Wachstum von 2,0 Prozent generieren
  • Die Wiedereinführung von Zöllen für Importe von Produkten aus Ländern, würde die (importierte) Inflation anheizen und Exporte aus UK verteuern und in der Folge den Lebensstandard der Briten schmälern
  • Flugzeuge, von UK-Gesellschaften müssten bis Inkraftsetzung bilateraler Verträge mit den angeflogenen Ländern am Boden bleiben
  • Worst Case Szenario: Allfällige Abspaltung Schottlands von UK, da Schottland wie Nord-irland in der EU bleiben möchten

UK’s Buchmacher und ihre Brexit-Quoten

UKs Bürger haben ihre eigene Meinung in der Brexit-Frage und wetten für folgende Quoten eines Exits:

  • In 2019: 2/5 (eine Mehrheit geht von einer UK/EU-Trennung in 2019 aus)
  • Im April 2019 und Januar 2020: 4/1 (eine Mehrheit der Briten glaubt nicht an einen kalten Exit in den beiden Monaten)
  • In 2020 oder später: 5/2 (eine Mehrheit der Briten geht nicht von einem Exit in 2020 aus)

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: TeroVesalainen

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