Silber vor neuer Renaissance

Gold – kurzfristig kaum grosse Sprünge in Sicht

Seit 2012 verschwindet das Silber im Schatten der steigenden Goldnachfrage. Denn die Goldinvestoren warten tagtäglich auf den grossen “Goldausbruch”. Doch weit gefehlt, Marktinterventionen verhindern nach wie vor einen Bullmarkt. Gegen einen steigenden Goldpreis sprechen auch tendenziell steigende Zinsen. Denn Gold wirft keine Verzinsung auf. Trotz der kräftigen Ausweitung der Goldreserven von Russland und China welche mittels Goldreserven ihre Währungen stärken und sich von der Hegemonie des USD verabschieden wollen, ergab sich im vergangenen Jahr ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. In 2017 stand einem globalen Goldangebot (Minenproduktion und Recycling)  von 8.989 Tonnen eine Nachfrage (Schmuck, Investitionen, Nationalbanken und Technologie) von 8.429 Tonnen gegenüber. Die Nachfrage der High-Tech Industrie ist mit einem Bedarf von 332,8 Tonnen – im Verhältnis zur Gesamtnachfrage immer noch bescheiden. Im Zuge der Substition nach günstigeren Metallen zur Kostenminimierung dürfte der Goldbedarf der Elektronikindustrie eher konsolidieren oder nur leicht steigen. Das Überangebot von 560 Tonnen Gold in 2017 spricht ebenfalls nicht für höhere Kurse. Steigende Zinsen werden die kapitalintensive Minenindustrie unter Druck setzen. High-Leveraged Minen – also Fördergesellschaften mit hohem Fremdkapitalanteil – werden schliessen; Angebot und Nachfrage werden sich in der Folge einpendeln.

20 Jahres Chart Gold – Silber Ratio


Silber Investoren und ihre Motive

Seit über fünf Jahre weist das Silber im Verhältnis zum Gold eine Underperformance auf. Silberanleger setzen gegen Inflationsdruck und einen schwächeren USD. Der neue Präsident des Fed, Powell, bestätigt denn auch seine Politik der graduellen Zinserhöhungen. Das Gold hat im vergangenen Jahr die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Zudem weisen die markttechnischen Indikatoren in der Mehrzahl neutrale Signale auf. Bei einer weiteren Konsolidierung werden diese Indikatoren negative Vorzeichen aufweisen. Dann werden aus Goldfans Silberfans. Die Goldinvestoren dürften ihre Gewinne realisieren und ins – im Verhältnis zum Gold – unterbewertete Silber wechseln. Denn im Gegensatz zu Gold weist der Silbermarkt seit 2011 einen Nachfrageüberschuss auf. Seit 2014 nahm zudem das Angebot ab und betrug in 2017 148 Mio. Unzen bei einem Angebot von 980 Mio. und einer Nachfrage von 1.128 Mio. Unzen.

Text und Chart: Radovan Milanovic
Bild: pixabay

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar