Sharing Economy der Millenials im Aufwind

Einer repräsentativen Umfrage von pwc.de zufolge nutzten 39 Prozent der Deutschen in 2017 die Vorteile der Share Economy. Tendenz steigend. Das Geschäftsmodell der Millenials weist jedoch noch ein Manko an Rechtsicherheit und Qualität auf. Die Sharing Economy bietet eine effizientere Verfügbarkeit und Benützung von Gütern z.B. Autos, Wohnungen und die Vermittlung von Dienstleistungen, was zu einem grösseren Angebot und somit tiefere Preise für die Teilnahme als Konsument führt.

Rechtssicherheit und Qualität der Dienstleistungen

Sharing Economy Unternehmen mogeln sich an vielen nationalen Gesetzen  (Arbeitsgesetze, Sozialversicherungen, Meldepflicht für ausländische Gäste, Kurtaxen, Lizenzen für Betriebsbewilligungen und gewerbsmässige Fahrer…) vorbei und wälzen die Verantwortung und Risiken der benützten Güter und Tätigkeiten an die Dienstleister selbst ab. Sie mutieren sich zu reinen Vermittlern und verschaffen sich über gezielte Werbung eine wachsende Kundschaft. Klassische Beispiele von Share Economy Gesellschaften sind Airnbnb, Uber aber auch Netflix.

Im Beherbergungsbereich gibt es kaum Mindeststandards oder einheitliche Überprüfungen der Anbieter, was auch für Fahrer von Transportdienstleistern zutrifft. Anderseits vergeben Kunden bei Share-Economy Dienstleistern meist positive Bewertungen. Meist scheut sich ein unzufriedenes Mitglied einen negativen Kommentar abzugeben. Im Gegensatz dazu: Jedes Mitglied oder Kunde von eBay oder Amazon ist bei seiner Kritik weitaus ehrlicher. Womit deren Kundenbewertungen eine weitaus grössere Aussagekraft haben.

Die Millenials sorgen für weiteres Wachstum

Der pwc-Untersuchung zufolge betrugen durchschnittlichen Kunden-Ausgaben der Share-Economy im vergangenen Jahr EUR 884. Wobei der Finanzbereich mit EUR 1.229 an der Spitze und jener für Medien und Unterhaltung im untersten Teil der Bandbreite bei EUR 62.00 lag. Mit 23 Prozent lag der Bereich Medien und Unterhaltung an der Spitze der benützten Dienstleistungen, gefolgt von den Konsumgütern (20 Prozent) und Unterkünfte (17 Prozent). In 2018 sollen 40 Prozent aller Deutschen die Angebote der Share Economy nützen. Die grössten Wachstumsraten (+35 Prozentpunkte) wird bei den Medien und Unterhaltung gesehen, die populäre Sparte Beherbergungen soll (nur) 5 Prozentpunkte wachsen. Prof. Dr. Niklas Beutin schätzt, dass das Marktvolumen in Deutschland in 2018 um 5,3 Prozent auf EUR 24,1 Mrd. steigen soll.

Top Sharing Economy Unternehmen

  • Airbnb (weltweit): Weltweite Vermittlung von Unterkünften bei privaten Anbietern
  • BlaBlaCar (weltweit): Führende App für Mitfahrgelegenheiten
  • Call a Bike (D): Fahrradvermittlung der Deutschen Bahn
  • DriveNow (D und diverse westeuropäische Länder): Carsharing durch BMW I, MINI und Sixt
  • Fon (USA): Leihe und Ausleihe von WiFi-Verbindungen
  • Kickstarter (weltweit): Crowfunding
  • Lending Club (USA): Vermittlung von Krediten durch private Geldgeber (günstigere Finanzierung von Gütern und Dienstleistungen als durch Kreditkarten)
  • Lyft (USA): Vermittlung von Auto-Mitfahrgelegenheiten
  • Mobilty (CH): Landesweites Car-Sharing
  • Netflix (weltweit): Produktion und Verleih von Filmen und Serien
  • obike (Mitteleuropa und Asien): Fahrradverleih
  • Snapgoods (USA): Vermittlung und Ausleihe von Werkzeugen und Geräten zwischen Nachbarn und Mitgliedern
  • Spotify (weltweit): Musikstreaming
  • RelayRides (USA): Das Google Venture bietet die Dienstleistung eines Autoverleihs unter Nachbar an
  • Uber (weltweit): Vermittlung von Transportdienstleistungen
  • Wimdu (in über 150 Ländern): Vermittlung von Ferien-Apartments

Text: Radovan Milanovic
Quelle: Pressemeldung von pwc.de und eigene Recherchen

Das könnte Sie auch interessieren: