Schweizerische Nationalbank (SNB) warnt Banken erneut vor Immobilienrisiken

SNB Vizepräsident, Jean-Pierre Danthine, warnte bereits früher mit dem Zeigefinger Richtung der 25 grössten Hypothekarbanken vor den Immobilienrisiken: Rund 20 Prozent der Neuhypotheken werden zu mehr als 80 Prozent belehnt und dass 40 Prozent der Hypotheken-Schuldner einen Anstieg der Hypothekarzinsen auf 5 Prozent nicht bedienen könnte (mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommen müssten dann für Zinszahlungen aufgewendet werden); eine gefährliche Entwicklung der bereits massiv steigenden Immobilienrisiken.

Trotz Nullprozent-Politik der SNB zahlen Hypotheken-Schuldner bei 80 Prozent Belehnung für Hypotheken im Vergleich der 45 bekanntesten Hypothekar-Banken für eine Laufzeit von 3 Jahren von 0,75 bis 1,2 Prozent (Bandbreite von 57,1 Prozent), bei 5 Jahren 1,50 bis 1.80 Prozent (47,7 Prozent) und bei 10 Jahren von 1,90 bis 2,00 Prozent (26,0 Prozent). Noch dramatischer sieht es bereits bei den angebotenen variablen Hypotheken aus im Bezug auf die Immobilienrisiken aus. Diese Zinsen werden leicht höher angeboten, im Durchschnitt zu 0,75 Prozent. Bis vor kurzem sind viele neue Eigenheimbesitzer von den rekordtiefen variablen Hypothekarzinsen angelockt und in die Falle gelockt steigender Immobilienrisiken worden. Das Desaster der Risikoschuldner, die rund 40 Prozent an Neuhypotheken präsentieren, tritt bereits bei einer Zinserhöhung der künstlich tief gehaltenen Zinsen um 44 Prozent ein.

Die SNB warnt heute die inlandorientierten Banken wieder „bei der Vergabe von Hypothekarkrediten für Wohnliegenschaften vorsichtiger zu werden“. Und weist die Hypothekarbanken auf das ABC der Kreditvergaben hin: Berücksichtigung der Kreditvergabekriterien bei der Belehnung (Prüfung der Kreditrisiken der Schuldner) sowie Berücksichtigung der Zunahme der Immobilienrisiken. Sollten die Risiken im Schweizerischen Hypothekar- und Immobilienmarkt weiter zunehmen, sieht sich die SNB gezwungen, „weitere regulatorische Massnahmen zu ergreifen“. Die SNB weist zudem auf das Ungleichgewicht zwischen dem Hypothekarkreditvolumen und dem Bruttoinlandprodukt hin: Die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren stärker angestiegen als es die wirtschaftlichen Fundamentalfaktoren erklären können. Eindeutige Zeichen, dass wir bereits in der neusten Immobilienkrise stecken.

Text: Radovan Milanovic

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