Schweiz: Verschiebung des Detailhandels ins Internet

Fallende Detailhandelsumsätze – Verlagerung des Handels Richtung Homeshopping

Im April 2017 fielen die Umsätze des Detailhandels im Jahresvergleich um 1,4%, gegenüber dem Vormonat gar um 2,3% (nominal gar um 2,4%. Die Statistiken bestätigen das neue Konsumverhalten. Die Preissensibilität der Konsumenten und die grössere Auswahl an Produkten und Dienstleistungen führen die Kunden direkt zu den Online Anbietern. Der Trend zum Homeshopping bequem vom Sofa zu Hause aus, verstärkt sich immer mehr. Die Presse berichtet, dass der Onlinehandel alleine mit den Produkten Mode und Schuhe bereits CHF 1,38 Mrd. Umsatz generiert.

Das grosse Ladensterben begann in 2015

Immer mehr Kleider- und Modeketten schliessen ihre Pforten. Das grosse Sterben begann bereits 2015, als das Jeans Haus “Jeans & Co” sowie die Kleiderkette “Jamarico” ihr Geschäft aufgaben. Denn ihre Kunden wanderten vor allem zum Onlinehändler “Zalando” ab. Besonders Anbieter von Textilprodukten im mittleren und tieferen Preissegment kamen stark unter Druck. So kündigte “C&A” mit seinen 1500 Ladengeschäften in Europa an, dass umsatzschwache und nicht rentable Läden geschlossen werden. Im gleichen Jahr schloss der populäre Schuhhändler “Bata” die meisten seiner Geschäfte in der Schweiz. Auch “Charles Vögele” schloss die seine meisten Schuh-Läden. Die kleineren Modeketten “Pasito”, “Blackout”, “Switcher” und “Botty” zogen nach. Nachdem der Schuhumsatz in der Schweiz 2016 um 6,1 Prozent zurück ging.

Im Frühjahr 2017 gaben die “Magazine zum Globus AG” bekannt, die Modegeschäfte “Schild” und die Herrenmodekette “Herren Globus” ab 2018 unter “Globus” zu führen. Schliesslich verlor “Charles Vögele” die Eigenständigkeit: Die Modekette wurde durch die italienische OVS geschluckt, welche den Konzern in Kleinteile zerlegt(e). Im April zeigt sich ein neues Opfer: Das Modehaus “Yendi” deponierte die Bücher und eröffnete das Konkursverfahren.

Weniger Läden – langweiliger Einheitsbrei bei Ladengeschäften

Immer weniger Mode- und Schuhgeschäfte im mittleren und unterem Preissegment buhlen um die Kunden. Doch das immer kleiner werdende Angebot frustriert immer mehr Schweizer. Grosser Profiteur dieser Malaise ist das Homeshopping welches zusätzliche Käuferschichten gewinnt.

Text: Radovan Milanovic

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