Schwache Aktienmärkte, ist die heisse Luft schon draussen?

Weiteres Verlustpotenzial an den Börsen wahrscheinlich

Der hohe VIX zeigt den Grad der Aktienrisiken an

Erste Funds Managers sehen bereits das Ende der Börsenbaisse. Doch die Wirklichkeit dürfte anders aussehen. Denn mehrere Fakten sprechen für weitere Durststrecken an den Börsen:

• Die Unsicherheiten und die möglichen Folgen der angedrohten Handelssanktionen lähmen langfristige Planungen von Unternehmen, was Auswirkungen auf ihre Profitabilität haben wird

• Werden in Zeiten volatiler Börsen Zinserhöhungen beschlossen, wie diese Woche durch das Fed, sorgt die Notenbank nicht nur für eine Abkühlung des Wirtschaftswachstums sondern auch für Korrekturen an den Kapitalmärkten. Während die Heimwährung Boden wegen der Zinsdifferenz gegenüber Vergleichswährungen gut macht. Falls jedoch Präsident Trump den Fed-Chef Powell feuern würde, ergäbe sich ein zusätzlicher Brandherd mit negativen Marktimplikationen. Denn Entscheidungen durch Zentralbanken müssen „unabhängig“ von der Politik gefällt werden. Falls diese Unabhängigkeit nicht mehr gegeben ist, verlieren beide, nämlich die Heimbörsen (US-Börsen), als auch die Heimwährung (USD) an Wert (Vertrauensverlust), da ausländische Investoren ihr Kapital retten wollen

• Bei steigenden Börsen realisieren Anleger zu Jahresende oft Aktiengewinne. Einerseits um steueroptimiert Gewinnpositionen abzubauen und diese mit (Buch-) Verlusten zu verrechnen. Anderseits, um mit Verkaufserträgen per Jahresende fällige Steuern zu begleichen. In schlechten Börsenjahren führt ein Jahresend-Ausverkauf zu einer gefährlichen Eigendynamik der Abwärtsspirale

• Markttechniker warnen mit dem Börsenweisheit, “greife nie in ein fallendes Messer” (…= fallende Börse), Investitionen zu tätigen. Im aktuellen Ausverkauf-Modus der Märkte fehlen schlichtweg handfeste Gründe, um Aktien erwerben

Fallende Märkte und Jahreshöchststand des VIX-Börsenbarometers (Volatilitäts-Index)

VIX Future

VIX Future Future Chart

Das Fieberthermometer der Börse, der VIX ist ein untrügliches Massstab künftiger Börsenentwicklungen. Er gibt Hinweise auf mögliche Erholungs- oder Rückschlagpotenziale der beobachteten Werte. Der im Blickpunkt stehende VIX des S&P 500 (der Volatilitäts-Index des S&P 500), welche ebenfalls Rückschlüsse auf die Gefahren europäischer Börsen gibt, steht auf Tiefrot (extremer Angstwert). Der gestrige Anstieg des CBOE VIX um 1,73 auf 30,11 Punkte (+6,10 Prozent) und der VIX Future um + 4,88 Prozent führte zu neuen Jahreshöchstständen der Volatilitäten-Indices. Somit ist die Gefahr eines Crashs des S&P 500 nicht mehr von der Hand zu weisen. Für den volatileren Nasdaq 100 drohen – aus technischer Sicht – prozentual höhere Verluste als Indices, welche hauptsächlich Old Economy Werte umfassen.

Text und Bild: Radovan Milanovic

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