Sand – riesige Nachfrage nach dem raren Commodity

Verwendung von Sand

  • Bauwesen (mengenmässig grösster Verbrauch)
  • Halbleiterindustrie (Herstellung von Mikrochips)
  • Reinigungsmittel
  • Kosmetik

Starke globale Bautätigkeit in den nächsten Jahren

Jüngste Prognosen gehen davon aus, dass die weltweite Bautätigkeit bis 2030 durchschnittlich jährlich um 4,85 Prozent auf USD 15,5 Bio. steigen dürfte. Alleine 57 Prozent der globalen Bautätigkeit dürften  in China, Indien und den USA stattfinden. Es wird erwartet, dass das Wachstum des Bauvolumens in den Schwellenländern weitaus höher als der globale Durchschnitt ausfallen wird. Aufgrund der wertmässig tiefen Basiswerte fallen diese jedoch kaum ins Gewicht. Das höchste prozentuale Wachstum an Bautätigkeit soll dabei auf dem südamerikanischen Kontinent stattfinden.

Der Zement und seine Hauptbestandteile

Zu den Ausgangsstoffen von Beton gehören Wasser und Gesteinkörnungen aus Portlandzementklinker, Hüttensand (verarbeitende Hochofenschlacke), natürliche Puzzolane (Gesteinsmehle vulkanischen Ursprungs), kieselsäurereiche Flugasche (Verbrennungsrückstand von Kohlenstaub) sowie gebrannter Schiefer.

Der hydraulische Portlandzementklinker enthält vor allem Calciumsilicate. Portlandzement besteht vor allem aus den Bestandteilen Kalkstein, Ton, Sand und Eisenerz, welche zu Klinker gebrannt und mit Gips vermahlen werden.

Sand ist nicht gleich Sand

Ob luxuriöse Städte oder Gebäude, Renovationen oder Neubauten, ohne Beton läuft im Baugewerbe nichts. Sand wird nach Korngrössen eingeteilt: Grobsand (0,63 – 2 mm), Mittelsand (0,2 – 0,63 mm) sowie Feinsand (0,063 – 0,2 mm). An und für sich könnte man meinen, dass genügend Sand in den Sandwüsten Nordafrikas, in den arabischen Ländern und den US-Wüsten in New Mexiko, der Mojave und Sonora Wüsten (Kalifornien),… vorkommt. Doch Wüstensand kann aufgrund der Korngrössen aber vor allem wegen der glatten Oberfläche nicht zum Bauen verwendet werden. Bei Verwendung dieser Sandarten würde der Beton auseinanderbröseln. Einzig Sand aus Steinbrüchen, Recycling oder Meeressand nach dessen Reinigung (vom Salz) eignet sich zur Verwendung im Bauwesen.

Raubbau zur Sandgewinnung

Vor allem in den wüstenreichen Emiraten musste der Sand zur Erstellung der Sattelitenstädte aus Australien importiert werden. In vielen Ländern, vor allem in Asien und den USA wird Sand den Stränden entnommen, was das Ökosystem durcheinanderbringt. Die Folge sind felsige Küsten mit Meeresbrandungen und ins Meer driftende Berghänge. Beispiele: In Algerien gibt es wegen des Raubbaus keinerlei Strände mehr. Im Touristenland Tunesien wird ausserhalb der Touristengebiete den Sandstränden ebenfalls unentwegt Sand entnommen.

Voraussichtliche, globale Nachfrage nach Sand in 2016 und 2017

Eigenen Recherchen zufolge, dürfte die Binnennachfrage nach Sand in den USA im vergangenen Jahr 1,08 Mrd. Tonnen betragen haben. Unter “normalen” Umständen, d.h. ohne bedeutende externe Einflüsse könnte in 2017 in den USA mit einer Nachfrage von ca. 1,12 Mrd. Tonnen gerechnet werden. In Anbetracht der grossen Zerstörungen von Umwelt, Infrastruktur und Gebäuden kann zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht annähernd eine verlässliche Prognose der Nachfragemenge für das laufende und die Folgejahre ermittelt werden.

Wegen der weltweiten Tiefzinspolitik der Notenbanken lag das globale prozentuale Wachstum des Investitionsvolumens im Bauwesen in 2016 und 2017 höher als in den Vorjahren. Zusammen mit den meteorologisch bedingten Auswirkungen der Naturgewalten dürfte die globale Nachfrage alleine für die Bauwirtschaft von 13,5 Mrd. (2016) auf ca. 15,0 Mrd. Tonnen im laufenden Jahr steigen.

Text: Radovan Milanovic
Zahlenmaterial: Wikipedia, eigene Erhebungen

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