S-Prämiensparen – Banken können die Prämien nicht erwirtschaften

Prämiensparen

Beim Prämiensparen verpflichtet sich der Sparer, dem kontoführenden Institut monatlich ein bestimmt Sparkapital in einer festgelegten Zeitdauer zu zahlen. Im Gegenzug erhält der Sparer eine marktübliche – sich ändernde – Verzinsung. Der Kontoführer verpflichtet sich jedoch, ab einem bestimmter Einzahlungsdauer dem Sparer zusätzlich einen Bonus (Prämie) gewähren.

Berechnung von Prämien
Üblicherweise wird dem Sparer im dritten Jahr der Laufzeit des Sparvertrags eine Prämie von 3 Prozent vom einbezahlten Kapital gewährt, im Jahr vier, 4 Prozent, gefolgt von 6, 8, 10, 15, 20, 25, 30 35, 40, 45 und schlussendlich 50 Prozent des Kapitals im 15. Jahr des Ansparens.

Kontoführenden Banken können die fälligen Verzinsungen und die Prämien nicht mehr erwirtschaften

In der Bankenkrise 2008 brauchten die Finanzinstitute Liquididät. Das damalig hohe Zinsniveau war für die Banken hochrentabel, denn mit den Zinsdifferenzen liess sich gut leben. Doch mit der Liquiditätsflut und dem Einbrechen der Zinsen ändert sich die Situation schlagartig. Mit Spargeldern lässt sich kaum noch etwas verdienen.

Laufende Verträge mit Prämiensparern wurden zu Bürden der Institute. Es ist schlichtweg nicht möglich, neben der Verzinsung der Sparguthaben die garantierten Prämien zu erwirtschaften. Deshalb ging die Sparkassen den Weg der Kündigung der S-Prämienspar Verträge.

Text: Radovan Milanovic

Pressemitteilung von Anwaltskanzlei Gründig, Dresden

Sparkassen kündigen Verträge zum S-Prämiensparen

Seit kurzem haben einige Sparkassen damit begonnen, Prämiensparverträge mit ihren Kunden zu kündigen. Beim S-Prämiensparen wurde vereinbart, dass die Anleger über lange Zeit monatlich feste Sparbeiträge bei variabler Verzinsung einzahlen. Als Anreiz für langjähriges Prämiensparen haben die Sparkassen nach einer Laufzeit vom 1. bis 15. Jahr steigende Prämien versprochen. Ab dem 15. Jahr ist eine 50 %-ige Prämienstufe des jährlichen Sparbeitrages zusätzlich zum Zins erreicht.

Da eine variable Verzinsung vereinbart war, ergab sich für die Sparkassen bei sinkendem Zinsniveau zunächst kein Risiko, weil auch der Guthabenzins sank. Attraktiv ist dieses Modell für die Kunden heute aber besonders durch die Prämienzahlung, welche den niedrigen Guthabenzins von teilweise nur 0,001 % wenigstens etwas ausgleicht und je nach Höhe des Sparbeitrages und Guthabens die Rendite auf etwas über 3% p.a. anhebt.

In Kündigungsschreiben wird jetzt behauptet, dass die Sparkasse wegen des seit längerem gesunkenen Zinsniveaus die Sparverträge nicht mehr wirtschaftlich fortführen könne. Deshalb sei eine Kündigung unter Einhaltung einer vermeintlich bestehenden 3- monatigen Frist zulässig. Wirtschaftliche Erwägungen rechtfertigen eine Kündigung aber grundsätzlich nicht.

Bei Abschluss des Vertrages S-Prämiensparen war in der Regel von einer Laufzeit von ca. 25 Jahren ausgegangen worden, obwohl die Kunden hätten vorab jederzeit kündigen können.
An diese einseitige Zusage sind die Sparkassen gebunden.

Die Kündigung der Verträge zum S-Prämiensparen ist nach unserer Meinung deshalb erst nach Ablauf von 10 Jahren nach Erreichen der höchsten Prämienstufe zulässig. Denn andernfalls würde das im Vertrag enthaltene Leistungsversprechen der Sparkasse einseitig aufgekündigt und die Zahlung der Prämie frühzeitig verhindert werden können. Der Bundesgerichtshof hat jedenfalls für die Kündigung bei Bausparverträgen bereits ebenso entschieden. Es sind keine Gründe erkennbar, warum beim Prämiensparen etwas anderes gelten sollte.

Es wird deshalb empfohlen, der Kündigung zu widersprechen und sich beraten zu lassen.

Weiter Informationen unter:

http://www.rae-gruendig.de/aktuelles/210-kuendigung-s-praemiensparen-durch-sparkassen.html

Anwaltskanzlei Gründig
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www.rae-gruendig.de

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