Russland und Japan wollen zusammenwachsen

Russland’s Weg Richtung Japan

Der Konflikt um die 30 Kurilen-Inseln zwischen Russland und Japan scheint sich abzukühlen. Russland’s erster Kompromiss sieht vor, dass die beiden Länder um Sachalin gemeinsame Projekte der Bereiche Landwirtschaft, Fischfang, Tourismus und Energiewirtschaft in Betracht ziehen. Japanische Investoren und Geschäftsleute wurden eingeladen Projektvorschläge einzureichen.

Soeben wurde bekannt, dass die beiden Länder Gespräche zum Bau einer Strassen-/ Eisenbahn-Brücke zwischen Japan’s Hokkaido und dem russischen Sachalin geführt haben. Damit “wachsen” beide Wirtschaften zusammen. Mit der Anbindung des Schienennetzes Russlands an die geplante Brücke kann Russland den Japanern nicht nur den direkten Zugang im Handel sondern auch schnelle Transportwege von Japan bis Mitteleuropa durch die Transsibirische Eisenbahn  bereitstellen. Zum Vergleich: Ein Containerschiff von Tokyo nach Hamburg benötigt 39 bis 41 Tage. Ein Personenzug von Wladiwostok nach Tokyo ist nur leicht mehr als 6 Tage nach Moskau und nochmals rund einen Tag nach Berlin unterwegs. Güterzüge benötigen erfahrungsgemäss mehr Zeit als Personenzüge. Auch bei einer um 25 Prozent längeren Reisedauer würde die Fahrt der gesamten Strecke weniger als 9 Tage dauern. Eine Bahnverbindung würde somit nur 23 Prozent der Dauer per Seeweg ausmachen. Einziger Wermutstropfen: Beim Bahnverkehr muss die erheblich kleinere Verfügbarkeit an Rollmaterial und die zunehmend überlastete Bahnstrecken in Betracht gezogen werden, was eine grössere Verlagerung des Transports vom Schiff- auf den Bahnverkehr verhindert.

Ausweitung der Handelsbeziehungen mit China

Mit den EU Handelsbeschränkungen zum Nachteil Russlands wendet sich der russische Handel zunehmend Richtung Asien. So ist das Handelsvolumen zwischen China und Russland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 35 Prozent gestiegen. Bis Ende 2017 soll das Volumen auf USD 80 Mrd. steigen (Vorjahr USD 69,5 Mrd.). In den nächsten drei bis sieben Jahren soll der bilaterale Handel gar auf USD 200 Mrd. ansteigen. Russische Exportgüter sind dabei vor allem Bodenschätze, Öl sowie Gas und Nahrungsmittel. Chinas klassische Exportgüter nach Russland sind Computer, Mobil – und Rundfunk-Geräte, Halbleiter und Büromaschinenteile.

Zur Ausschaltung der Währungsrisiken der Devisen (wie USD und EUR) planen die beiden Länder ihre eigenen Währungen untereinander zu verrechnen.

Text: Radovan Milanovic

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