Rückgang chinesischer Investitionen in der EU 28

Deutschland‘s Rechtssicherheit zieht chinesisches Kapital an

Mit wachsenden Sorgen sehen Europas Bürger den grossen Hunger an Investitionen kapitalkräftiger Anleger aus dem arabischen Raum und China für heimische Unternehmen. Denn der Kauf von Know-how, Fertigungsstätten und Gesellschaften mit europäischen Vertriebssystemen ist meist günstiger als der Aufbau wirtschaftlicher Infrastrukturen. Politische Verlässlichkeit und Rechtssicherheit von Eigentum begünstigt den Kapitaleinfluss (Capital Inflows) aus dem Ausland in Form von indirekten Anlagen (wie beispielsweise Investitionen in Aktien) oder direkte Investitionen (FDI, Foreign direct Investments) bei denen die Kontrolle über Unternehmen beabsichtigt und erlangt werden.

In der (neuesten) „Zahlungsbilanzstatistik Februar 2019“ verzeichnet die Bundesbank eine starke Zunahme von Investitionen Chinas in Deutschland in 2018, nämlich EUR +6,74 Mrd. (2017: EUR +1.432 Mrd.), wovon Direktinvestitionen von EUR +699 Mio. (2017: Desinvestitionen von EUR -532 Mio.).

Rückgang chinesischer Investitionen in der EU 28

Massiver Rückgang chinesischer Direktinvestitionen im EU 28-Raum in 2018

Diese Erkenntnisse stehen im Gegensatz zu Chinas Investitionen in Deutschland. Denn in der EU 28, lagen die Direktinvestitionen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 um 40 Prozent tiefer. Sie betrugen in den EU 28-Staaten nur noch EUR 17,3 Mrd., dem niedrigsten Wert seit 2014. Zu diesem Schluss kommt die Studie des Mercator Institute for China Studies (Merics) und der Rhodium Group. Begründet wird diese Entwicklung mit den chinesischen Kapitalverkehrskontrollen sowie der Verknappung der Liquidität chinesischer Unternehmen. Sie zeigt auch die Präferenz der Chinesen in den Wachstumstreiber der EU, Deutschland, zu vertrauen. Rückläufiges Interesse hatten die Chinesen für die Branchen Industrie, Transport, Energieversorgung und Immobilien. Zyklische Werte wurden im Zuge des erwartenden langsameren Wirtschaftswachstums in EU 28 in 2018 verschmäht. Favorisiert wurden Direktinvestitionen in den Finanzsektor. Die eingebrochenen EU-Bankenwerte dürften aus Bewertungsgründen (sh. Deutsche Bank und Commerzbank) im Fokus gestanden sein. Ihre präferierten Branchen betrafen die krisenfesten und attraktiven Gesundheits- und Biotechnologie-Gesellschaften, welche aufgrund der ungünstigen demographischen Entwicklung europäischer Volkswirtschaften mittel-, bis langfristiges Wachstum versprechen. Daneben interessierten sie sich für die Bereich Konsumgüter, den Dienstleistungen und Automobile.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: moerschy

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