Renaissance des irischen Immobilienmarktes

Zinsen ziehen am langen Ende an

Die Immobilienmärkte Mitteleuropas sowie der USA zeigen längst Zeichen der Überhitzung. Beginnend mit den USA, kommen auch in Europa die Zinsen langsam in Bewegung und führen zu unberechenbaren Immo-Risiken. Die Kombination von hohen Preisen und steigenden Finanzierungskosten kann zu Marktverwerfungen führen. Den Eigenheimbesitzern wird bewusst, dass an steigenden Zinsen kein Weg vorbei geht. Ein Beispiel: Das Vergleichsportal compraris.ch analysiert die Lage am CH-Hypo Markt und bestätigt die Erwartungen höherer Zinsen. Wie nervös der Markt ist, zeigt die steigende Nachfrage nach Festhypotheken mit langen Laufzeiten. Bereits 83 Prozent aller CH-Hypothekenschuldner setzen auf 7- bis 15-jährige Laufzeiten (Ende 2017 waren es 79 Prozent). Die Nachfrage nach 4- bis 6-jährigen Laufzeiten gab von 18,5 auf 13,1 Prozent nach. Erstaunlicherweise stieg die Nachfrage kurzer Laufzeiten von 3,0 auf 4,0 Prozent.

Deutscher Immobilienmarkt – Immobilienboom und steigende Hypothekenzinsen

Die fast unerschwinglich gewordenen Häuserpreise in Deutschland stehen bereits unter dem Einfluss leicht steigender Hypothekenverzinsungen. Längerfristige Fälligkeiten der Hypothekenlaufzeiten liegen auch in Deutschland im Trend. Hypotheken mit Laufzeiten von 10 Jahren werden zwischen 1,20 bis 1,70 und Laufzeiten von 15 Jahren mit 1.50 bis 2,05 Prozent angeboten.

Irischer Immobilienmarkt – Renaissance bei leicht höherem Zinsniveau als in Deutschland

Die Hypothekenfälligkeiten verzinsen sich mit 100 bis 140 BP (Basispunkte) über dem EZB-Zinssatz. Der für lange Zeit vernachlässigte Immobilien-Markt und die tiefe Finanzierung brachte die internationale Nachfrage nach irischen Immobilien ins Rollen. Seit dem Immobilen-Crash vor 10 Jahren und der folgenden Finanzkrise stieg der Immobilien-Index von Dublin um 87,0 und der landesweite Index um 61,4 Prozent. Das irische statistische Amt (CSO) notierte in den vergangenen 12 Monaten eine landesweite jährliche Immobilien-Inflation von 13,0 Prozent. In der Hauptstadt Dublin stiegen die Hauspreise im gleichen Zeitraum 12,4 und jene für Wohnungen 11,4 Prozent. Die Preise der Region um Dublin sah gar eine Erhöhung der Preise um 16,5 Prozent. Trotzdem liegen die Medium-Preis in Irland bei EUR 300.000. Und in der Region Dublin bei EUR 340.000. In absoluten Zahlen stiegen diese im Durchschnitt in den vergangenen 5 Jahren EUR 145.000. Weder Analysten, noch irische Immobilienmakler sehen zum jetzigen Zeitpunkt – im Gegensatz zu den DACH-Ländern – irgendwelche Anzeichen einer Überhitzung.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Crator: jgkstretty

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