Regierungs-Shutdown in den USA und seine Börsenauswirkungen

Dow Jones und S&P mit neuem Allzeithoch

Seitdem der amerikanische Kongress 1976 mit dem “Congressional Budget and Impoundment Control Act” die Schuldenbremse einführte hat die Regierung bereits zum 19. Mal ihre Dienstleistungen herunterfahren. Im Durchschnitt dauerte der Spuk sieben Tage.

Gespannt warteten die Anleger auf die Reaktion der US-Börsen von heute Montag. Während europäische Investoren von negative Auswirkungen ausgingen, reagierten die Amerikaner gelassen, ja routiniert. Für sie galt “Business as usual.” Schliesslich ist ihnen das wirtschaftliche Wohlergehen wichtiger als die politischen Querelen in Washington. Denn die neue Regierung tat und tut alles um ein wirtschaftsfreundliches Klima zu schaffen. Mit dem Abbau von Handelshemmnissen und der Bürokratie, der Beschliessung und Anwendung substanzieller Steuerreformen trug sie zum hohen Wachstum der US-Wirtschaft bei. Durchs Band steigende Gewinnerwartungen der Mehrzahl grosser Unternehmen sind die Folge. Ein weiterer Effekt der Steuerreformen zeigt sich daran, dass 164 grosse und kotierte Unternehmen wie WalMart, AT&T, American Airlines, Bank of America, BB&T, Boeing, Comcast… ihre Angestellte mittels Gewinnbeteiligungen an der tieferen Steuerlast partizipieren lassen wollen. Die wirtschaftliche Stimmung von Unternehmen und Anlegern ist – zumeist positiv. Die US-Börsen zeigen  ein Eigenleben, losgelöst von Politik. Vor drohenden Gefahren wegen überhitzter Börsen und Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation wollen die Anleger immer noch nichts wissen.

US-Börsen unbeeinduckt von US-Regierungs Shutdowns

Ein Vergleich der Kursentwicklungen des Dow Jones Indexes (DJI), S&P 500 des NASDAQs, so gaben diese während der Aussetzung der Regierungsdienstleistungen insgesamt nur 60 Punkte (durchschnittlich -0,23 Prozent, bzw. 4,5 Punkte (-0,16 Prozent) und 8 Punkte (-0,12 Prozent) nach. Auch die Index-Futures zeigen weder ansteigende Volatilitäten (Nervosität des Handels), noch negative Kurserwartungen. Ein Beispiel: Die Statistik zeigt, dass zur Zeit der 16-tägigen Einschränkung der Regierungstätigkeiten zwischen dem 30. September bis 17. Oktober 2013 unter Präsident Obama der S&P 500 gar 3,1 Prozent zulegen konnte. Auch am Montag waren alle US-Indices “im grünen Bereich”, so der DJI +53,91 Punkte (+0,21 Prozent), S&P +0,44 Prozent, Nasdaq + 0,98 Prozent.

Text: Radovan Milanovic

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