Recycling, der neue Megatrend

Bis 2018 verzeichnete China die grösste Menge importierter, rezyklierbarer Abfälle aus den USA und Europa. Im gleichen Jahr verhängte die chinesische Regierung aus Umweltschutzgründen ein Importverbot für feststoffliche Abfälle wie gemischtes Papier, Plastikflaschen, Batterien, Elektro-/Elektronikschrott (e-Waste), … Der zweitgrösste Importeur solcher Abfälle Nigeria, erkannte jedoch die Chancen im Recyling-Geschäft: Aus Pet-Abfällen könnten Produktionsstätten zur Erstellung von Pet-Flaschen erstellt werden, welche Arbeitsplätze schaffen. Und statt gesundheitlich gefährliches Recycling auf Schrottplätzen und Hinterhöfen könnte eine profitable e-Waste Recyling Industrie aufgebaut werden. Das United Nations Environment Programme (UNEP) warb am Weltwirtschaftsforum 2019 in Davon für das e-Waste Recycling.

e-Waste, Recycling, der neue Megatrend

Das UNEP untersuchte vor allem das Problem des Elektroschrotts und kam zum Schluss, dass die Industrie 50 Mio. Tonnen Elektronik und Elektronik-Schrott (e-Waste) im Wert von über USD 62,5 Mrd. in 2017 produzierte. In 2050 soll diese Menge gar 120 Mio. Tonnen erreichen. Bis zum heutigen Tag werden nur rund 20 Prozent des e-Schrotts wieder verwertet. Der Rest verschandelt zumeist die Umwelt, denn die Teile enthalten auch Quecksilber, Blei und Cadmium. Aber auch Platin und seltene Erden. Nur schon eine Tonne e-Waste enthält mehr als 100 Mal mehr Gold als dieselbe Menge an Golderz.

Steigende Abfallberge und ungelöste Abfallprobleme, die EU-Kommission greift durch

Das Problem der Plastikabfälle betrifft vor allem Schwellenländer. Für diese sind die Kosten des Umweltschutzes ein finanziell kaum tragbarer Luxus. Um die Natur zu schützen, hat die EU-Kommission zum Schutz der Meere am 19. Dezember 2018 beschlossen, Einwegplastik-Produkte wie Wattestäbchen, Plastikbesteck und Plastikgeschirr vom Markt zu nehmen und den Gebrauch anderer Einwegprodukte aus Kunststoff zu mindern sowie das Abfallmanagement in der EU zu verbessern.

Australien vor grossen Abfallproblemen

Der fünfte Kontinent steht vor gewaltigen Herausforderungen. Bis Ende März dieses Jahres kann und konnte Australien rund 13 Prozent seines wiederverwertbaren Mülls (Kunststoffabfälle) nach Indien exportieren. Völlig unvorbereitet wird das Land dann vorerst auf diesem Abfallberg sitzen bleiben, denn die Recycling Kapazitäten reichen bei weitem nicht, um diese Mammutaufgabe zu bewältigen.

Unter den kotierten grossen australischen Recycling Unternehmen befinden sich folgende:

Kurse am 10. April 2019 in Australische Dollar

KGV 2019e

Tätigkeiten

Bingo Industries Ltd. (AS:BIN)

AUD 1,69

16,8

Hausmüll- und Gewerbemüll-Service, Recycling

Washington H. Soul Pattinson and Co. Ltd. (ASX: SOL)

AUD 2,24

40,4

Grösstes Abfall- und Recycling Unternehmen Australiens

Cleanaway Waste Management Ltd. (ASX)

AUD 10,55

10,6

Recycling, spezialisiert auf Metalle und elektronische Güter

Abfallmanagement meist in der Hand von Kommunen

Neben den Kommunen, welche im „Abfallmanagement“ oft nur das Einsammeln des teilweise getrennten Mülls verstehen, obliegt der kommerzielle und gewinnbringende Aspekt privaten Unternehmen, welche von den steigenden Preisen der Rohstoffe profitieren. Die hohe Profitabilität dieser Gesellschaften führt dazu, dass sich diese ihre Expansion meist mit eigenen Mitteln (Cash Flow) ohne Kapitalaufnahme am Kapitalmarkt mittels Aktienplatzierung finanzieren können.

Wichtige, an den Kapitalmärkten kotierte Recycling-Unternehmen in Europa

Kurse am 10. April 2019 in EUR

KGV 2019e

Tätigkeiten

Suez S.A. (Frankreich)

EUR 12,13

21,8

Abfallentsorgung und Energieversorgung

Veolia Environment S.A. (Frankreich)

EUR 20,53

15,5

Abfallentsorgung und Energieversorgung

Text und Bild: Radovan Milanovic

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