Ratlosigkeit der Anleger – Konzentration der Arbeitnehmer auf ihre Altersversorgung

Ernüchterung der Anleger – Sparen und konservatives Anlegen wird wieder “in”

Ende 2017 / Frühjahr 2018 schien die Börseneuphorie keine Grenzen mehr zu kennen. Insbesondere den High-Techs, vertreten im Nasdaq 100, trauten die Anleger beinahe unbegrenzt scheinende Anlagerenditen zu. Der Tech-Index stieg denn auch am 01. Oktober 2018 auf sein Allzeithoch von 7.700,56 Punkte.

Dieses Datum markierte auch den Beginn des Vertrauensverlustes in die Aktienmärkte. Doch bereits seit Mitte des Jahres zweifelten immer mehr Analysten, dass die hohen Gewinnerwartungen der Börsenstars gehalten werden können. Die Handelshemmnisse in Form von Zöllen im Handel mit den USA führten zu Revisionen der globalen Wachstumserwartungen durch die Ökonomen. Beginnend mit den Finanzwerten, verzeichneten auch Industrie- und Konsumwerte durchs Band erhebliche Verluste, welche bis heute nicht mehr aufgeholt werden konnten. Die Revidierung der Gewinnerwartungen wird insbesondere bei zyklischen Werten zu Dividendenkürzungen führen.

Sparen und konservatives Anlegen wird wieder in
Quelle: pixabay, Creator: nosheep

Die Stimmung der Anleger ist am Boden. Auch kurzfristige Tagesfluktuationen dürfte das Anleger-Sentiment nicht verbessern. Die Folge: Die Sorge um finanzielle Absicherung im Alter kommt wieder in den Fokus. In diese Richtung weisen auch die Suchanfragen bei Google durch Benutzer aus Deutschland hin. Seit Frühjahr 2018 steigt die Anzahl Anfragen des Suchbegriffs “investieren.” Denn der neuesten AON-Studie zufolge setzen 53,9 Prozent der Befragten auf die private Vorsorge als Teil ihrer Altersvorsorge.

Google-Trends zum Thema "investieren" in Deutschland
Screenshot Google-Trends zum Thema “investieren” in Deutschland der Periode 01.01.2015 bis 13.12.2018

Text: Radovan Milanovic

Arbeitnehmer bauen auf Betriebsrente als sichere Säule zur Altersvorsorge

Mülheim a.d. Ruhr (ots) – Die Betriebsrente ist für Mitarbeiter deutscher Großunternehmen eine sehr wichtige Säule der Altersversorgung. Gleich nach der gesetzlichen Rente liegt sie auf Platz zwei der Einkommensquellen im Alter. Das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon. Befragt wurden rund 1.000 Mitarbeiter von Großunternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten. Mit 63,6 % der Nennungen liegt die betriebliche Altersversorgung weit vor allen anderen Vorsorgemöglichkeiten wie Immobilien, Privater Vorsorge (Sparverträge, Riester, Rürup etc.) oder sonstiger Absicherungen (Aktien, Erbe etc.).

Es lohnt sich für Arbeitgeber also, ein attraktives Betriebsrentensystem aufzubauen. Das scheint deutschen Großunternehmen weithin gelungen zu sein. Nur 14,8 % der Arbeitnehmer glauben, dass andere Unternehmen mehr für die Alterssicherung bieten. Immerhin rund ein Drittel (32,7 %) der jungen Arbeitnehmer zwischen 18 und 29 Jahren ist sogar davon überzeugt, dass ihr Arbeitgeber mehr tut als branchenüblich.

Rund zwei Drittel aller Befragten (67,9 %) können einschätzen, aus welchen Quellen sich ihre Altersversorgung speist. Je höher das Einkommen, und je näher der Ruhestand rückt, umso besser ist das Wissen um die Versorgung im Alter.

“Die Studie,” kommentiert Fred Marchlewski, Geschäftsführer von Aon, “untermauert die Bedeutung der Betriebsrente im Säulensystem der Altersvorsorge. Vor allem auch jüngere Arbeitnehmer wissen sie zu schätzen. So wird ein attraktives Angebot für die Unternehmen zum wichtigen Faktor im Kampf um qualifizierten Nachwuchs.”

“Allerdings gibt es nach wie vor einen Nachholbedarf in Sachen Information”, ergänzt Marchlewski. So weiß noch nicht einmal die Hälfte der Befragten (43,6 %), in welcher Höhe sie Einnahmen aus der bAV im Alter erwarten können. Bei den Geringverdienern sind es noch weniger: Nur 27 % der Arbeitnehmer in der Einkommensklasse bis 2.200 Euro kennen ihre Ansprüche aus der bAV. “Eine differenzierte und individuelle Kommunikation, die alle erreicht, ist das Gebot der Stunde.”, so Marchlewski.

Informationen zur Studie:

Vom 2. Juli bis 15. August 2018 wurden im Rahmen einer Online-Umfrage 1.008 Arbeitnehmer von Großunternehmen in Deutschland nach ihrer Einstellung zu verschiedenen Aspekten der betrieblichen Altersversorgung befragt. Die Auswahl der Teilnehmer wurde so gesteuert, dass die Befragung für die Zielgruppe repräsentativ ist (Alter, Geschlecht und Region).

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Einkommensquellen der deutschen Bevölkerung
Aon Studie – Quelle: obs/Aon Hewitt/Aon Hewitt Gmbh

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