Private transferierten in 2016 über EUR 30 Mrd. aus der EU

Die Europäische Kommission hat soeben die Geldflüsse Privater in die EU, in andere EU-Mitgliedsstaaten und in Länder ausserhalb der EU in 2016 bekanntgegeben:

Grösste Zahlungen von Privaten in EU-Länder

Mengenmässig grösste Zahlungen von Privaten gehen dabei nach Polen (EUR 2.822 Mrd.), gefolgt von Portugal (EUR 2.809 Mrd.), Rumänien (EUR 2.236 Mrd.), Bulgarien (EUR 860 Mio.)… Es sind die Länder aus denen Arbeiter und Handwerker in Länder mit höherer Kaufkraft emigriert sind, um mit ihren Lohneinkommen, ihre Familien zu Hause zu unterstützen.

Grösste Zahlungen von Privaten aus EU-Länder

Bei den Abflüssen steht Frankreich mit -EUR 9.42 Mrd. an erster Stelle, gefolgt vom Grossbritanien ( -EUR 4.632 Mrd.), Deutschland ( -EUR 4.209 Mrd.), Italien ( -EUR 4.012 Mrd.)…  Die Gründe für diese Geldtransfers haben sowohl ökonomische, als auch politische Gründe. Der hohe Anteil von Bürgern aus Magreb-Staaten in Frankreich weist mehrheitlich auf Transferzahlungen nach Nordafrika hin. Bei Grossbritanien sind gleich mehrere Faktoren für den Abfluss verantwortlich: 1) Erwerbseinkommen von ausländischen Arbeitnehmern in ihr Heimatland. 2) Der anstehende Brexit führte zur Kapitalflucht. Zum einen, um eigenes Kapital im Ausland zu schützen. Zum andern um einem möglichen Kursverlust des Pfundes zuvor zu kommen. Deutschland: Auch hier dürften Heimtransfers einen grossen Teil privater Transfers ausmachen, substanzielle Beträge dürften auch als Privatinvestitionen ins Ausland fliessen. Traditionelle Geldtransfers aus Italien lassen sich als Save Haven (Schutz des Vermögens) Motivation erklären.

Pressemitteilung der “Europäischen Kommission” EUROSTAT

“Persönliche Übertragungen in der EU – Geldbeträge, die von EU-Ansässigen in Nicht-EU-Länder geschickt wurden, im Jahr 2016 auf 30,3 Mrd. Euro gesunken – Zuflüsse in die EU in Höhe von 9,9 Mrd. Euro

Im Jahr 2016 belief sich die Summe der Gelder, die von Ansässigen der Europäischen Union (EU) in ein Nicht-EU-Land geschickt wurden, sogenannte persönliche Übertragungen, auf 30,3 Milliarden Euro, gegenüber 31,3 Mrd. im Jahr 2015. Da die Zuflüsse in die EU im Jahr 2016 9,9 Mrd. Euro betrugen, ergab sich daraus ein Negativsaldo (-20,4 Mrd.) für die EU gegenüber der übrigen Welt. Die Mehrheit der persönlichen Übertragungen besteht aus Geldbeträgen, die von Migranten in ihr Heimatland geschickt wurden.”

Text: Radovan Milanovic
Quelle des Zahlenmaterials: Europäische Kommission / Eurostat

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