Preise für Wohneigentum in Stadt und Region Zürich, der Trend läuft aus

Neuer Wohneigentumsindex von Stadt und Kanton Zürich mit interessanten Subindizes

Die viertgrösste Schweizer Bank, die Zürcher Kantonalbank (Bilanzsumme 2016: CHF 158 Mrd. (EUR 136,2)) hat heute ihren neuen Zürcher Wohneigentumsindex ZWEX vorgestellt. Dieser Index des Kantons Zürich basiert auf der Preisentwicklung von Einfamilienhäusern und Stockwerkeigentum der drei Regionen, bzw. Subindizes See, Region und Land. Wobei die “Region See” die teuersten Ortschaften rund um das Zürichseebeckens, die “Region Regio” mittelpreisige, surbane Ortschaften im Einzugsgebiet der Stadt Zürich sowie Winterthur und die “Region Land” die günstigsten Ortschaften der ländlichen Gebiete des Kantons Zürich umfasst. Die ZKB begründet die Unterteilung des ZWEX (Wohneigentumsindex) in die drei Subindizes mit der den unterschiedlichen lokalen Märkten und Preisdynamiken. Die Bank rechnet die die Basis ihres Indexes und der Subindexe (Basis 100 Prozent) auf das erste Quartal 2006 zurück.

Stadt und Region Zürich – häufig Indikator für schweizerische Wirtschaftsentwicklung

Für die Schweiz wird für 2017 nur ein moderates BIP-Wachstum von +0,9 Prozent erwartet. Besonders der Exportsektor und die Binnenkonjunktur sollen jedoch der Trigger für eine BIP-Zunahme von 1,8 bis 2 Prozent in 2018 sein. Für den Kanton Zürich, der stärksten Wirtschaftsregion und Zentrum der Finanzindustrie sehen die Ökonomen eine Zunahme des realen Bruttoinlandprodukts von  +1,5 (2017) bzw. für 2018 von 1,7 Prozent. Ein weiterer Indikator, dass Stadt und Kanton oft den Trend für andere Landesteile vorgeben.

Preise für Wohneigentum in der Region Zürich – nur noch kleine Preissteigerungen erwartet

Die Bank nimmt an, dass es im Kanton Zürich (nur) noch zu einer kurzfristigen Preisdynamik im Markt für Wohnungseigentum kommen wird. Diese Erwartungen decken sich nahezu mit den neuesten Ergebnissen des Konkurrenten UBS (Union Bank of Switzerland), der grössten Bank der Schweiz, welche in ihrem Immobilien-Bubble Index für die Stadt Zürich eine Überbewertung der Immobilien indizieren. So sind die realen Immobilienpreise in Zürich in den letzten vier Quartalen um je 2 Prozent angestiegen. Denn Dank der tiefen Hypothekarzinsen bleibt die Nachfrage konstant. Anderseits wird darauf hingewiesen, dass die strengeren Kreditrichtlinien sowie die leicht ansteigende Leerstandrate für Mietwohnungen den Preisanstieg begrenzen werden.

Text: Radovan Milanovic

Pressemeldung der Zürcher Kantonalbank (ZKB) vom 12. Oktober 2017

…”Kurzfristige Preisdynamik im Kanton Zürich

Im dritten Quartal zeigt sich gesamthaft ein Preiswachstum von 1,4% für Wohneigentum im Kanton Zürich mit unterschiedlicher Entwicklung in den Regionen. Während die günstigste Region Land eine Preissteigerung von 2,7% erfahren hat, sind die Preise in der Region Regio mit einer Veränderung von -0,1% leicht rückläufig. Die teuerste Region See verzeichnet ein Preiswachstum von 2,2%. Verantwortlich für den Preisanstieg in der Region See ist insbesondere das Segment Stockwerkeigentum, welches bereits in den letzten zehn Jahren ein wichtiger Preistreiber für das überdurchschnittliche Wachstum war. Nach einer Phase der Beruhigung zwischen Ende 2013 und 2015 sind die Preise im Kanton seit Jahresbeginn gesamthaft um 5,3% gestiegen. Peter Meier, Leiter Analytics Immobilien, Zürcher Kantonalbank, kommentiert: “Das Preiswachstum im Kanton Zürich legt derzeit einen Zwischenspurt ein. Kurz- bis mittelfristig erwarten wir wieder eine Marktberuhigung. Für 2018 rechnen wir im Kanton Zürich mit einem leichten Preisrückgang von 0,5%. Ausschlaggebend dürften die weiterhin hohe Bautätigkeit, die tendenziell rückläufige Zuwanderung sowie die leicht steigenden Zinsen sein.”

Demografie schafft neues Angebot

Langfristig dürfte aufgrund der aktuellen demografischen Entwicklung wieder vermehrt Wohneigentum auf den Markt kommen. Der Anteil älterer Personen unter den Verkäufern ist hoch. Die Käufer von Wohneigentum hingegen bewegen sich in der Regel zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. Mit der Babyboomer-Generation (Jahrgänge 1955-1965), die in den Jahren 2020 bis 2030 in Pension geht, tritt langfristig eine – im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung – grosse Verkäufergruppe im Eigenheimmarkt auf. Auf der Nachfrageseite jedoch nimmt die potentielle Käufergruppe, d.h. die 35 bis 45-Jährigen, gemessen an der Gesamtbevölkerung ab. In den kommenden Dekaden wird entsprechend ein grösseres Angebot einer geringeren Nachfrage an Wohneigentum im Kanton Zürich gegenüberstehen.

Zürcher Kantonalbank
Media Relations
Postfach
8010 Zürich”

 

Das könnte Sie auch interessieren: