Portfolio Manager ändern ihre Investment Strategien

Techs auf der Seitenlinie – Smart Money fliesst in Old Economy Papiere

Die Unsicherheiten künftiger Kursentwicklungen und mögliche Konsequenzen des US-Handelskrieges stehen im Raum. Chinas Regierung möchte ab nächster Woche ihrerseits US-Produkte sanktionieren. Die Entwicklung der vergangenen Wochen und die gefährlichen Volatilitäten zwingen die Portfolio Manager die verwalteten Vermögen ihrer Kunden an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Funds Managers trifft die wirtschaftliche Stimmung besonders hart, den die Anlagerichtlinien von Funds bestimmen, dass der Cash-Bestand nur einen bestimmten Prozentsatz des verwalteten Vermögens betragen darf (i.d.R. maximal 3 bis 8 Prozent). Obwohl Cash King ist, sind sie gezwungen, innerhalb ihres vorgegebenen Anlagehorizonts investiert zu bleiben. Deshalb sind sie vollends mit Umlagerungen ihrer Positionen zumeist in Old Economy Papiere beschäftigt.

Grosse Vermögensverwalter mit mehr Handlungsspielraum sind in den vergangenen Wochen dazu über gegangen, die stolzen Performances der Hot Techs abzusichern. Entweder direkt über den Abbau von Positionen oder  Absicherung ihrer Bestände mittels Optionen-Strategien (Puts oder Calls). Hier die Varianten mit Verkäufen von Calls:

• Calls mit tiefen Strikes. Vorteil: Mittlere / höhere Kursfluktuationen können abgefangen werden und führen nicht gleich zur Liquidation der Position. Nachteil: Das Kapital bleibt gebunden, bei Kursrückgängen besteht ein begrenztes (negatives) Performance Risiko. Oder

• Calls mit Strikes nahe am Marktpreis. Vorteile: Begrenzte Kursrisiken, da bereits kleinere Kursfluktuationen den Verkauf auslösen können. Schaffung von verfügbarer Liquidität. Nachteil: Der Anleger kann im Falle technischer Erholungen bei überverkauften Situationen nicht an den Kurssteigerungen profitieren.

Bull and Bear im Kampf, unsichere Börsen

Umlagerungen von Techs – aus FAANG wird FAAMG, dann AAMG und jetzt (A)AMG?

Offensichtlich teilen die Wertpapiermärkte den grenzenlosen Optimismus von Silicon Valley nicht mehr. Auch wegen den Handelshemmnissen gehen die Analysten davon aus, dass sich das Handelsvolumen der Tech-Produkte abschwächen wird. Im August hat der Abbau klein- und mittelgrosser Techs begonnen. Jetzt hat er auch Einzeltitel der FAAMG-Gruppe (Facebook, Amazon, Apple, Microsoft und Google (bzw. Alphabet) erfasst.

Aktuell hat sich die Gruppe der “sicheren” Techs auf AAMG (Amazon, Apple, Microsoft und Google) reduziert. Apple könnte als nächster Kandidat aus dem Verbund fallen. Denn Apple’s Wachstum dürfte sich kaum mehr im gewohnten Rahmen entwickeln. China’s Zölle werden Apple-Produkte in China stark verteuern und den Absatz im Land dämpfen. Apple’s grosser Konkurrent ist Huawei. Die Chinesen gewinnen auch in Europa, wenn auch langsam, Marktanteile. Huawei ist weltweit bereits der drittgrösste Smartphone Anbieter. Mobilgeräte von Huawei stehen Apple’s Produkten kaum mehr nach, sind jedoch zu 40 bis 60 Prozent günstiger. Leider sind Huawei-Aktien nicht an den Börsen gehandelt, obwohl das Unternehmen rund USD 95,0 Mrd. Umsatz und einen Gewinn von ca. USD 7,5 Mrd. erzielt.

Techs auf der Seitenlinie – Smart Money fliesst in Old Economy Papiere

Sowohl in den USA, als auch in Europa lässt sich ein Smart Money Flow in Old Economy Dividendenpapiere beobachten. Offensichtlich wird die Liquidität zur Überbrückung der Zeit trendloser Börsen angelegt:

USA: Achtung, grössere Gesellschaften, welche höhere Rendite offerieren sind oft Immobilienwerte wie REITs. Im Fokus stehen folgende internationale Gesellschaften mit hohen Dividendenrenditen: Altria Group (MO, Dividendenrendite 5,2 Prozent ), AT&T (T, 5,1 Prozent), ExxonMobil (XOM, 4,0 Prozent), General Mills (GIS, 4,1 Prozent), Philip Morris International (PM, 5,8 Prozent), Verizon Communications (VZ, 4,4 Prozent)

Deutschland: Daimler (6,6 Prozent), Deutsche Telekom (5,1 Prozent), Munich Re (5,0 Prozent), EON (4,9 Prozent), BMW (4,9 Prozent), Allianz (4,8 Prozent), BASF 4,1 Prozent), und Bayer (4,0 Prozent)

Text und Bild: Radovan Milanovic

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