Passives Vermögens-Management oft mit besserer Performance

Falsche Annahmen der Anleger

Die meisten Anleger gehen davon aus, dass ein aktives Management der Anlagen gegenüber dem – zugrunde liegenden – Index (Benchmark) zu höher Rendite führt. Kurzfristig mag das Stockpicking Erfolge zeigen, doch langfristig weisen solche Portfolios in den meisten Fällen eine tiefere Rendite auf. Zum einen gilt es die anfallenden Transaktionskosten zu berücksichtigen. Daneben wird das optimale Timing von Käufen / Verkäufen oft verpasst.

Aktiv gemangte Portfolios mit tieferer Performance als der Benchmark

Oft werden die Transaktionskosen bei aktivem Management nicht berücksichtigt. Ganz zu schweigen davon, dass bei Verkäufen der tiefere Geldkurs gelöst, bei Käufen jedoch der höhere Briefkurs bezahlt werden muss. Deshalb gehe ich im nachstehenden Beispiel von “Transaktionskosten (Gebühren und Kursdifferenzen) von nur 1 Prozent” aus. Bei Wertschriften mit wenig Umsatz ist die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufkursen erheblich höher.

Zur Illustration gehen wir von folgenden Annahmen aus:

  • Das “Portfolio” weist einen Anfangswert von EUR 100.000 auf
  • Performance eines Benchmarks (Index) einer Beobachtungszeit von 10 Jahren mit Renditen von 5,0%, 4.8%, 8,9%, 12,3%, 3,1%, 8,1%, 9.3%, 10.6%, 12.8%, 20.8%
  • Umlagerung des Portefeuilles zweimal Mal pro Jahr zu Transaktionskosten von (nur) 1 Prozent. Der Einfachheit halber werden die Transaktionskosten Ende des Jahrs belastet
  • Neu investierte Anlagen weisen in Variante 1) gleichhohe Rendite wie der Benchmark auf. In Variante 2) wird eine 3 Prozent höhere und in Variante 3) eine 3 Prozent tiefere Rendite als der Benchmark a genommen
  • Es werden keine Depotgebühren für die Wertpapiere fällig

Performance eines Modelportfolios

Ob privat oder professionell gemanagt, die Performance leidet

a) Professionell gemanagte Anlagen:
Bei professionell verwalteten Vermögen fallen bei den Transaktionen wie immer Kosten und Gebühren an. Für die Verwaltung der Vermögen berechnet die Bank oder die Fonds-Gesellschaft Verwaltungsgebühren die leicht 3 Prozent des verwalteten Vermögens ausmachen. Daneben gilt oft das ungeschriebene Gesetz der Verwaltung, das verwaltete Vermögen in einer Zeitperiode das Vermögen eine bestimmte Anzahl Mal umzuschichten (z.B. einmal /zweimal pro Jahr) um mehr Einkommen für Verwaltung und Administration zu generieren. Der Portfolio Manger steht deshalb im Fadenkreuz von Arbeitgeber und Anleger, deren Ziele diametral sind. Positive Aspekte: Grössere Portfolios oder bei einem grösseren Kundenstamm an verwalteten Vermögen geben an der Börse die Möglichkeit mittels Sammelauftrag zu günstigeren Kaufkursen zu kommen. Daneben können Verwalter mittels Schreiben von Optionen auf dem Bestand die Rendite zu steigern.

Warren Buffett bewies die Behauptung, dass gemanagte Fonds fast ausnahmslos den Benchmark unterschreiten. Zwischen 2007 und 2017 stieg der S&P 500 um +85.4%, während die Durchschnittsperformance der beobachteten Funds unter Management im selben Zeitraum nur +22 Prozent erwirtschafteten.

b) Privat gemanagte Anlagen:
Professionell Anleger haben einen Informationsvorsprung und technische Infrastruktur zur Optimierung ihrer Investitionen zur Verfügung. Die Timing-Komponente dürfte auch eher beim professionellen Investor liegen. Eine passive Investmentstrategie hat seit 2008 in den meisten Fällen zur besseren Anlageperformance geführt. Denn an der Börse gilt eine wichtige Grundregel: Hin und Her macht Taschen leer; Kursdifferenzen und Gebühren lassen das Vermögen schmelzen.

Text: Radovan Milanovic

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