OPEC senkt Öl-Produktion – USA mit steigenden Ölexporten

OPEC mit Förderdisziplin

Die Stabilisierung des Erdölpreises bedingt Förderdisziplin. Am Freitag bestätigte die Gruppe der OPEC-Mitglieder und die assoziierte Gruppe nicht OPEC-Mitglieder, dass sie ihr gemeinsames Output Ziel noch nie so strikt befolgt hätten und dass der Referenzpreis der 14 Ölsorte bis 21. September 2017 auf USD 54.59 (+16,9 Prozent seit 30. Juni 2017) gestiegen sei. Die Ursache der Verteuerung des Öls liegt in der täglichen Kürzung des Ausstosses um 1,8 Mio. Fass pro Tag auf 32,5 Mio. Barrel (zu 159 Liter) der bis Ende 2018 gelten solle.

Es wird geschätzt, dass die Nicht-Opec Mitglieder täglich 780.000 Fass / Tag mehr als vereinbart anbieten (in 2018 sogar 1 Mio. / Fass).

Die OECD schätzt, dass das globale Wirtschaftswachstum 2017 um 3,5 Prozent steigen wird (Indien +6,9 Prozent, China +6,7 Prozent, Euro-Zone sowie USA +2,2 Prozent). Höheres Wachstum bedeutet steigende Nachfrage nach Energie. Die Organisation erdölproduzierenden Länder erwartet, dass in Anbetracht des globalen Wirtschaftswachstums die Erdölnachfrage weiterhin sehr stark sein wird.

Steigende Nachfrage nach Öl

Sinkendes Angebot bei steigender Nachfrage. Für 2017 soll die durchschnittliche Nachfrage nach Öl um 1,42 Mio. / Tag steigen. Für 2018 wird mit einer zusätzlichen tägliche Nachfrage von 1,35 Mio. Barrel gerechnet.

USA – springt für Angebotslücke ein

Nach den Produktionsunterbrüchen der Ölindustrie in Texas springt die Förderung wieder an. Die Exporte der US-Förderer nehmen weiter zu und haben rund 100.000 Fass / Tag erreicht. Erdöl als neuer Exportschlager der USA. In 2020 sollen sie bereits rund 2,25 Mio. Fass betragen. Bei dieser Menge wird der Umfang der Exporte durch Nicht-OPEC-Mitglieder sowie der USA in starker Konkurrenz der OPEC stehen. Es dürfte zumindest zeitweise zu einer Ölschwemme kommen, da die Öllager – auch aus Kostengründen – massiv abgebaut worden sind. Auf mittlere Frist wird deshalb die OPEC ihren Einfluss, über die Fördermenge den Erdölpreis zu kontrollieren, verlieren. Denn mit der Aufhebung des Verbots von Ölexporten in den USA in 2015 sieht sich die US-Ölindustrie vor neuen Herausforderungen. Seit 2016 erfahren sie eine eigentliche Renaissance. So erwartet die International Energy Agency gar eine Steigerung der US-Produktion um 780.000 Barrel pro Tag.

Text: Radovan Milanovic

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