Neugierige Steuervögte bei US-Erträgen

Einkommen aus amerikanischen Quellen – Grundsätzliches

Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen zwei Staaten sollen verhindern, dass der ehrliche Steuerzahler bei grenzüberschreitenden Steuerforderungen durch das Land, indem die Steuern eingefordert werden, als auch im Wohnsitzland des Steuerpflichtigen besteuert wird. Wenn nur der Formularkrieg, der administrative Aufwand und die Preisgabe privater Informationen an die beiden Staaten nicht wären.

Bedingung der US-Steuerbehörde “Internal Revenue Service” (IRS) zur teilweisen Rückerstattung der einbehaltenen Erträge ist das Formular W-8BEN (für natürliche Personen) zur Feststellung des wirtschaftlichen Berechtigten bei Erträgen aus dem US-Raum. Dies betrifft sämtliche Erträge von US-Dividenden (von US-Akten, -Zertifikaten und -Fonds), US-Zinsen (von Anleihen, deren Schuldner / Emittent in den USA registriert ist) und Erträge von US-Firmen und -Liegenschaften. Die DBA zwischen den USA und Deutschland sowie den USA und Österreich sowie den USA und der Schweiz weisen die gleichen Bedingungen auf. Deshalb zum “Eingemachten.” Nach der Hinterlage des Kapitalfreibetrages von EUR 801,00 (für Singles), bzw. EUR 1.602,00 (Verheiratete) Freibetrages wird trotzdem der gesamte Bruttoertrag angerechnet, obwohl die USA 15 Prozent Quellensteuern einbehalten haben.

Die Beispiele betreffen Privatpersonen welche keine der aufgeführten Eigenschaften besitzen

  • US-Staatsbürgerschaft
  • Verheiratete mit Ehegatten, mit US-Staatsbürgerschaft
  • Inhaber von Green Card (US-Arbeitserlaubnis)

Dividenden und Zinserträge

a) Undokumentierte Begünstigte

Der Begünstigte wohnt in Deutschland, hat jedoch eine andere Staatsbürgerschaft. Das Formular W-8BEN kann nicht eingereicht werden. Ist der Begünstigte und Steuerpflichtige in Deutschland wohnhaft, fallen bei einem Ertrag von EUR 100,00 (Dividenden / Zinsen) EUR 30,00 (30 Prozent US-Quellensteuer), EUR 25,00 (25 Prozent Kapitalertragssteuer) an. Nach der Anrechnung von 15 Prozent der Quellensteuer gemäss Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den USA und D bleiben ihm EUR 60,00 netto.

b) Dokumentierte Begünstigte

Der Antragsteller wohnt im Land seiner Staatsbürgerschaft. In diesem Falle gilt die gleiche Berechnung wie beim “undokumentierten Begünstigten” mit einem Unterschied: In diesem Falle beträgt die US-Quellensteuer nicht 30, sondern “nur” 15 Prozent. Es bleiben dem dokumentiertem Begünstigten somit EUR 75,00 netto.

US-Wertpapiere aus Erbschaft

Enthält eine Erbschaft Kapital aus den USA, welche Erträge ausschüttet, verlangt die US-Steuerbehörde ein Verzeichnis des gesamten Nachlasses. Anderseits wird ein Freibetrag von mindestens USD 60.000,00 an US-Vermögenswerten angerechnet. Dieser Betrag errechnet sich nach dem Anteil der US-Werte am Gesamtnachlass.

Stossend ist der Wegfall der Privatsphäre durch die Offenlegung privater Informationen an Behörden (im Ausland), welche mit dem Erbfall “nichts” zu tun haben. Allein schon das FACTA (Foreign Account Tax Compliance Act)-Abkommen zwingt die Banken Kunden mit US-Direktanlagen dem IRS zu melden. Auf diese Weise sichern sich die amerikanischen Steuerbehörden Informationen über sämtliche (Direkt-) Investoren.

Text: Radovan Milanovic
Quelle: http://www.irs.gov

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