Neue Bitcoin Schockwellen am Mittwoch und Donnerstag

Mittwoch

Ausgerechnet die US-Bitcoin Konferenz TNABC in Miami (https://btcmiami.com/) streicht Bitcoins als Zahlungsmittel für Eintrittskarten aufgrund der “aufwändigen” (=manuellen) Bearbeitung von BTC-Transaktionen auf der Ticket Plattform. Die Organisatoren hoffen, dass nächstes Jahr wenn Organisation, Skalierbarkeit und Ablauf Bitcoin-Transaktionen besser eingespielt seien, wieder auf Bitcoin-Zahlungen übergegangen werden könne.

China plant das Mining zu verbieten. Die grösstenteils mittels Braunkohle ohne Rücksicht auf Umwelt und Natur produzierte Energie, ist Teil der Exportsubventionen. Wie in Indien kostet 1 KW/h in China durchschnittlich nur USD 0,08. Ideale Voraussetzungen um das energiefressende Mining von Krypto-Währungen richtig rentabel zu betreiben. Eine steigende Energienachfrage durch höheren Wohlstand vieler Chinesen steht einer Energieproduktion gegenüber welche am Anschlag steht. Es wird geschätzt, dass China mit seinen Mining-Farmen möglicherweise die grössten Mengen an Krypto-Währungen weltweit, vor allem Bitcoin, produziert.

Doch hat das Verbot des Minings dürfte nur ein Vorwand sein, um Gelder in eine eigene staatliche Krypto-Währung zu lenken, welche die People’s Bank of China (PBoC), also China’s Notenbank, vorbereitet. Auf diese Weise erlangt die Regierung wieder die Kontrolle über die Zahlungsströme. Vor allem über Fluchtgelder, welche ins Ausland verschoben werden. Der Vorbote der starken Hand Beijings war das Verbot des BTC-Handels, des Initial Coin Offerings (ICO) und die Schliessung der Krypto-Börsen im September 2017. Womit sich der Kreis schliesst.

Donnerstag

Südkoreas Regierung plant per Gesetz den Handel mit Krypto-Währungen zu verbieten. Gerade in Südkorea sind diese nicht nur beliebt, sondern auch sehr verbreitet. Ein zahnloses Gesetz, denn die Art und Weise, wie Private und Geschäfte ihre Transaktionen unter sich abwickeln, kann in demokratischen Ländern kaum von der Politik befohlen werden. Virtuelle Währungen dürfen somit nicht mehr an inländischen Börsen gehandelt werden sollen. So what? Die meisten Transaktionen werden sowieso an Börsen wie der Bitfinex (www.bitfinex.com), bitstamp (www.bitstamp.net), Coinbase GDAX (www.gdax.com) oder Kraken (www.kraken.com), also ausserhalb Koreas getätigt.

Die koreanische coinone Krypto-Währungsbörse (https://coinone.co.kr/) ist – zwar umsatzmässig mit grossem Abstand zu Bitfinex (24 Stundenumsatz BTC 408.775…) – der zweitgrösste Krypto-Handelsplatz mit einem Umsatz der vergangenen 24 Stunden von BTC 188.773 BTC, USD 2,7 Mrd., EUR 2.2 Mrd., CNY 17.4 Bio., HKD 21.0 Mrd. Die Drohung durch Justiz Minister Park Sang-ki ist wohl ausgesprochen, passiert ist jedoch noch nichts. Ein solches Gesetz würde sich als Eigentor erweisen. Denn andere Crypto-Currency Börsen würden mit Handkuss das rentable und stark wachsende koreanische Handelsvolumen übernehmen.

Screenshot: Bitfinex, BTC/USD, Kursverlauf der vergangenen 48 Stunden

Plötzlich wird Bitcoin schlecht geredet

All die bekannten Fakten wie die langsame Transaktionsabwicklung wegen Kapazitätsengpässen, die hohen Gebühren von ca. USD 16,50 pro Transaktion sind plötzlich zum grossen Thema hochstilisiert worden, obwohl längst bekannt. Da hohe Gewinne locken, wird offensichtlich versucht, eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen. Denn je höher die Tagesfluktuationen, desto höher die Profite der (erfolgreichen) Händler.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay

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