Netflix, Walt Disney…, der Kampf um Marktanteile hat begonnen

Im US-Markt für Film-Streamingdienste ist der Kampf um Marktanteile ausgebrochen, welcher auf den ganzen Globus übergreifen wird. Vorbei sind die Zeiten, da dem Newcomer Netflix das Feld überlassen worden ist.

Netflix, der Kampf um Neu-Abonnenten wird härter

Netflix Inc. (NFLX) hat soeben seine neuesten Quartalszahlen per Ende März 2019 veröffentlicht. Kernzahlen sind dabei die Gewinnung von 9,6 Mio. neuer Abonnenten im vergangenen Quartal, wovon 7,86 Mio. ausserhalb der USA, Umsatzzunahme von +22 Prozent auf USD 4,5 Mrd. zur Vorjahresperiode, Quartalgewinn pro Aktie USD 0,76 (die Prognose der Analysten lag bei USD 0,57). NFLX mit einem Marktanteil von rund 10 Prozent in den USA geht von einem nahezu unbeschränkten Wachstumspotenzial für sich aus (als Quasi-Monopolist, vielleicht. Doch bei Markteintritt neuer Giganten?). Anderseits rechnet das Unternehmen damit, im laufenden Quartal schwächer zu wachsen und nur noch 5 Mio. Abonnenten zu gewinnen. Die Aktie schloss bei USD 359,46 und wird mit einem KGV 2019e von 134,1 gehandelt. In Anbetracht der erwarteten Wachstumsdelle und des Markteintritts neuer namhafter Konkurrenten, welche auch die Ertragsentwicklung negativ beeinflussen werden, ist die Aktie sehr stolz bewertet.

Netflix und Walt Disney, der Kampf um Streaming-Kunden hat erst begonnen

Walt Disney mit riesigem Filmarchiv ab November im Markt

Während Netflix zum grossen Teil auf neue Eigenproduktionen setzt, kann Newcomer Walt Disney Co. (DIS) aus einem beinahe unerschöpfliches Reservoir an aufwendig geschaffenen Filmen und Blockbustern schöpfen. DIS plant, ab November 2019 ebenfalls die Dienstleistung des Film-Streamings anzubieten. Im Gegensatz zu NFLX ist der Unterhaltungskonzern breit diversifiziert und wird als Old Economy nach konventionellen („irdischen“) Bewertungskriterien gehandelt. Die Aktien kosten USD 130,30, bei einem KGV 2019e von (nur) 17,8.

Weitere Anbieter im Markt ist Amazon.com (AMZN) mit Prime Video, welcher aufgrund seines Geschäftsmodells jedoch eine andere Geschäftsphilosophie verfolgt (USD 1.863,04, KGV 2019e 92,6)

Frage nach den Streaming-Präferenzen der Konsumenten

Sollte sich die globale Verlangsamung des Wirtschafts-Wachstums bestätigen, dürfte ein grosser Teil von Konsumenten bei den Abo-Kosten von Streamingdiensten, elastisch, also kostenbewusst reagieren. Der monatliche Abo-Preis für Netflix‘s beliebtestes Angebot, welches bis jetzt USD 10,99 kostete, ist in den vergangenen Tagen auf USD 12,99 erhöht worden und der Preis des Basisangebots von USD 7,99 auf USD 8,99. Die Preiserhöhung beider Modelle beträgt somit 12,5 Prozent. DIS plant, (nur) USD 6,99 pro Monat für seine Dienstleistungen zu verlangen.

Da die beiden Unternehmen unterschiedliche Inhalte und Streaming-Formate anbieten (werden), ist neben der Kundenpräferenz auch die Höhe der Abo-Kosten Teil der Entscheidungskriterien der Abonnenten. Die Kosten der Kundengewinnung durch Abwerbung von der Konkurrenz dürfte im Konkurrenzkampf teuer werden.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: jgryntysz

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