Nach der Bodenbindung – der USD wieder auf Erholungskurs

Der feste USD überrascht die Märkte

Dass der USD tatsächlich an Fahrt gewonnen hat, zeigt die Tatsache, dass die US-Währung nicht nur vs. des EUR an Boden zugelegt hat, sondern im Verhältnis zu den Währungen aller G10-Staaten.  Wenn eine schon mehrmals abgeschriebene Leitwährung plötzlich gegen die wichtigsten Hartwährungen wie den CAD, das GBP, die SEK den JPY und CHF ausnahmslos wiedererstarkt, weist dies auf wichtige Ursachen hin. Als Ursachen sind dieses Mal nicht die höheren US-Marktzinsen schuld, denn diese sind allseits bekannt.

Politische Ursachen wie aufkeimende Spannungen im Nahen Osten wären eher ein Argument für einen stärkeren Goldpreis. Dieser notiert jedoch mit Kursen bei USD 1.309.35 / Unze auf dem Niveau des Jahresbeginns. Im Gegenteil, das Gold ist von seinen diesjährigen Spitzen um USD 1.350 / Unzen zurück gekommen.

EUR / USD Kursverlauf vom 15. April – 01. Mai 2018

Screenshot youtube: EUR/USD Technical Analysis for May 01, 2018 by FXEmpire.com

Gründe der USD-Erholung

1) US-New Economy mit Volldampf voraus

Offensichtlich ziehen Anlage- und Renditeopportunitäten der New Economy Anlagegelder aus Hartwährungsländern an. Obwohl die meisten eCommerce Vertreter bereis hohe Bewertungen aufweisen, scheint der Hype der Anleger keine Grenzen zu kennen. Erhoffte Gewinnmaximierung und Silicon Valley sind in. Old-Economy Werte der G10-Länder können solche Erwartungen nicht erfüllen. Achtung: Smart Money Flows folgen meist kurzfristigen Rendite-Opportunitäten und können “über Nacht” wieder abgezogen werden.

2) Starke Wirtschaftsdaten in den USA

Sowohl das Einkommen der Amerikaner (personal income), als auch die Konsumausgaben (personal spending) sind um 0,3 Prozent, bzw. 0,4 Prozent auf Monatsbasis gestiegen. Dabei konnte die anvisierte März-Inflationsrate von 1,9 Prozent zum Vorjahr gehalten werden. Diese positiven Vorgaben führten zu einer leicht tieferen Rendite mittlerer und längerer TBill-Fälligkeiten. Der 10-jährigen US-Treasury Bill rentiert noch 2,96 Prozent, der 2-jährige unverändert 2,49 Prozent. Die Renditen der US-Schuldverschreibungen preisen in diesem Jahr zwei Zinserhöhungen durch die US-Notenbank ein.

3) Drohende Handelssanktionen – schwächerer Euro

Präsident Macron, als auch Kanzlerin Merkel sind vorerst mit leeren (?) Händen nach Europa zurück gekommen. Offensichtlich werden im Hintergrund Lösungen zum Abbau des Handelsbilanzdefizits der USA mit den beiden Ländern und der EU insgesamt ausgehandelt. Deshalb auch die Nichtanwendung der ab 01. Mai 2018 angedrohten US-Strafzölle. Ob Strafzölle verhängt oder Abbau der Importzölle in den EU-Raum beschlossen werden, eine Lösung des Konflikts wird die Exportindustrien treffen und in der Folge Einfluss auf das Wirtschaftswachstums des EU-Raums haben. Gerade die potentesten EU-Volkswirtschaften, nämlich Deutschland, Frankreich und Italien sind stark exportorientiert. Leidet das Wachstum dieser Länder, hat dies signifikante Auswirkungen auf das BIP-Wachstum der EU insgesamt. Ein Vertrauensverlust der Währung ist die Folge.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Crator: LAWJR

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Mehr in Edelmetalle und Währungen, News
Die Überflieger der vergangenen Woche, die Fang-Aktien

Sentiment der New Economy beeinflusst das Inventionsverhalten in Old Economy Aktien Trotz den enttäuschenden Wachstumsaussichten in Europa und den USA...

Schließen