Montag-Massaker am Krypto-Markt – wie weiter?

Der Auslöser, die Sperrung von VISA Bitcoin Karten

Verschiedene Finanzportale berichten von “Gewinnmitnahmen” am Kryto- Wärhungsmarkt durch Investoren. Doch was sind die Gründe, wieso Investoren ihre Gewinne nicht weiterlaufen lassen und zum “Profit Taking” übergehen? Gleich mehrere Indikatoren kündigten eine Korrektur an. Doch wann? Wie oft sorgte der Eintritt des Ereignisses für einen grossen Schock.

Der Auslöser, welcher den Dominostein zum Rollen brachte, war die Entscheidung von VISA, eine Anzahl von Bitcoin-Guthabenkarten für gewisse Transaktionen zu sperren. Es handelt sich dabei um VISA Karten, ausgegeben von BitPay, Cryptopay und Btwala, welche den Zahlungsprovider WaveCrest aufweisen. Die betroffenen Bitcoin-Guthabenkarten sind für Transaktionen wie Bezüge in GBP (britische Pfund) oder EUR gesperrt, die Gültigkeit ihrer Karten per 5. Januar beendet und den Karteninhabern wurden ihre Guthaben vergütet. VISA begründet ihre Entscheidung die Zusammenarbeit mit WaveCrest zu beenden damit, dass der WaveCrest die Geschäftsbedingungen von VISA bezüglich Sicherheit und Integrität verletzt hätte. Die Angst von VISA Bitcoin-Karten Inhabern, dass auch andere Herausgeber ihre VISA Karte sperren könnten und die Anonymität immer mehr eingeschränkt wird, löste einen Schock unter den Karten Inhabern und Verkäufe von Bitcoins aus.

Screenshot Ripple Coindesk

Erste Anzeichen am Markt zeigten sich am Sonntag

Bereits gestern Sonntagnacht erwiesen sich die Märkte als nervös, besonders die Kursentwicklungen der bekannteren Krypto-Währungen wie Bitcoin, Ehtereum, Dash, Neo, aber vor allem Ripple, Zcash und IOTA wiesen darauf hin, dass etwas in der Luft liegt:

  • Hohe Volatilitätswerte der Krypto-Währungen mit den stärksten Kursgewinnen der vergangenen zwei Monaten
  • Keine eindeutigen Tagestrends der gehandelten Werte
  • Grosse Volumen gehandelter Optionen digitaler Währungen
  • Die wichtigsten Währungen verloren ihr Eigenleben: Ihre Kursentwicklungen nach Massgabe prozentualer Performance richtete sich nach dem “grossen Bruder”, dem Bitcoin

Ohne Bitcoin läuft (fast) nichts bei Krypto-Währungen. Denn viele Währungen lassen sich an den Krypto-Börsen nicht direkt kaufen. Die meisten Währungs-Einheiten können nur im “Tausch” gegen Bitcoin oder Ethereum erworben werden. Bitcoins werden somit auch in Zukunft eine führende Rolle spielen.

Nachdem der Bitcoin am Montag auf unter USD 14.000 (USD 13.977) rutschte, brachen die Dämme und andere Währungen folgten seiner Kursentwicklung. Aufgrund ihrer Kotierung und des Handels von Optionen, mit denen dank der Hebelwirkung der Kapitaleinsatz bis zum 20-fachen erhöht werden kann, sackten die Währungen ein. Da solche Optionen jedoch meistens nur eine Laufzeit von 24 Stunden aufweisen, müssen die Positionen innerhalb dieser Zeit wieder glattgestellt werden. Oder sie laufen nach Ablauf ab, d. h. die Transaktion wird zum gehandelten Kurs zum Zeitpunkt des Ablaufs geschlossen. Verkäufer von Optionen konnten somit über Nacht ganz schön Kasse machen. Grossen Einfluss auf das Kursgeschehen haben auch die Futures der CME und der CBOE.

Da vor die Spekulation durch Futures, aber vor allem durch (kurzfristige) Optionen begründet ist, dürfte es wegen Glattstellungen rasch zu einer Gegenbewegung im Markt kommen, worauf sich der Markt neu orientieren wird.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay

 

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