Milliarden-Steuer Reform und kein Kursfeuerwerk an US Börsen

Die Steuer-Reform wird die Regierung vorerst viel, sehr viel Geld kosten

Trotz Steuereinsparungen von Milliarden Dollars für amerikanische Unternehmen und somit höheren künftigen EAT (Earnings after Tax) bewegen sich die US-Börsen kaum. Sollte die erste Tax-Reform seit 1986 tatsächlich buchstabengetreu umgesetzt werden, dürften die Steuer-Mindereinnahmen das US-Budget Defizit in den kommenden zehn Jahren um USD 1 Bio. belasten.

In Anbetracht steigender US-Kreditzinsen ergeben sich fatale Finanzierungskosten, welche mittels weiterer Verschuldung finanziert werden müssen. Die Befürworter der Reform argumentieren, dass der Anreiz tieferer Gesellschaftssteuern US-Unternehmen repatriiere und ausländische Unternehmen in die USA locke. Und dass die zusätzlich generierten Steuereinnahmen durch Gesellschaften und Private (als Arbeitnehmer) per Saldo die Mindereinnahmen mehr als ausgleichen werden. Wunschdenken oder Realität?

Die Tresury Zinskurve des Fed weist klar nach oben

Die leicht ansteigende Zinskurve der amerikanischen Schatzscheine basiert auf dem aktuellen CPI von 2,01 Prozent, einem Wachstum des GDP (Bruttoinlandprodukt) von 2,4 Prozent für dieses und einem prognostiziertem von 2,0 bis 2,2 Prozent für 2018. Für den Beobachtungshorizont von 10 Jahren ist es dabei unerheblich, ob die Fed, bzw. das FOMC (Federal Open Market Committee), die Zinsen am 13. Dezember 2017 erhöht oder erst in 2018. Denn die Notenbank ist bereits an anderer Front aktiv. Seit kurzem begann sie, die Erträge aus fälligen Anleihen ihrer Anlagen mehr zu reinvestieren. Auf diese Weise baut sie ihr USD 4,5 Bio. Portfolio langsam ab und sorgt somit für eine “weiche Erhöhung” an der Zinsfront.

Die Analyse der vorhandenen Daten lassen den Schluss zu, dass die Mindereinnahmen des Programms, falls durchgezogen, tatsächlich in die “richtige Richtung” laufen kann. Die Graphik geht von einem positiven Szenario ohne negative – unvorhergesehene – Effekte auf der Basis der heutigen Zinskurve von US-Treasuries aus. Dabei wurde der mittlere Verfall der Fälligkeiten für die kommenden 10 Jahre und eine aktuelle Durchnittsverzinsung von 2,072 Prozent für diesen Zeitraum angenommen.

Wird das US-Wachstum tatsächlich im erhofften Masse angekurbelt, neue Jobs geschaffen,… wird die Inflation angeheizt und erheblich über der geplanten 2 Prozent-Limite des Fed zu liegen kommen. Möglichen Überhitzungen der Wirtschaft muss die Notenbank durch Zinserhöhungen zuvorkommen. Steigende Kreditzinsen wären die Folgen. Erheblich höhere Kreditzinsen zur Finanzierung der Steuerausfälle würden die Schuldenpyramide noch schneller anwachsen lassen.

Text: Radovan Milanovic
Datenquelle und Copyright: US Census

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