Markt und Aktionäre begrüssen den DWS IPO der Deutschen Bank

Bereits vor drei Tagen meldete die Deutsche Bank (DB), ihre Tochter DWS noch vor Ostern an die Börse zu bringen. Doch das Timing für ein IPO von Finanzwerten ist nicht das beste. Ein Hinweis, wie der Markt das geplante Spin-off beurteilt zeigt das Kursverhalten der DB nach der Ankündigung der Transaktion. Seit dem 26. Februar 2018 verlor sowohl der DAX, als auch die DB-Aktie 2,8 Prozent. Der andere DAX-Bankenwert, die Commerzbank, brach im gleichen Zeitraum -22,1 Prozent ein. Offensichtlich befürwortet der Markt das IPO von rund 25 Prozent der Anteile von DWS zu EUR 2,0 Mrd. Die Transaktion wird das DB-Ergebnis für 2018 positiv beeinflussen, da einerseits Rückstellungen und stille Reserven realisiert und der Wert des restliches Bestand an DWS (nach oben) korrigiert werden wird. DWS managed ein Vermögen von EUR 700 Mrd. und erwirtschaftete 2017 einen Gewinn von EUR 725 Mio., welcher an die DB abgeführt worden ist.

Deutsche Bank schafft sich Liquidität und macht Aktionäre glücklich

Nachdem Brüssel die Pläne  für ein Trennbankensystem im EU Raum bereits im Oktober 2017 still und heimlich aufs Eis gelegt hatte, stellt sich die Frage, welche Motive hinter dem IPO der DB stehen. Denn ganz so freiwillig dürfte der Entscheid nicht gefallen sein, die erfolgreiche Tochter, wenigstens teilweise, in die Unabhängigkeit zu entlassen. Zwei Gründe dürften den Ausschlag gegeben haben: Das Geschäftsjahr 2017 der DB endete mit einem Verlust nach Steuern von EUR -512 Mio. (2016: -2,186 Mrd.); wiederum eine Enttäuschung für die Aktionäre. Doch mit der geplanten Ausschüttung von 65 bis 75 Prozent des Nettoerlöses aus dem IPO von DWS steigt deren Anlagerendite überdurchschnittlich an. Zum andern wird mit der Aktienplatzierung Liquidität zu schaffen, denn im Dezember 2017 stellten die internationalen Bankenregulierer ein Banken-Reformpaket zur Absicherung möglicher Marktrisiken vor. Dieses sieht vor, den Eigenkapitalbedarf der Banken kräftig heraufzusetzen. Den Banken wird eine Übergangsfrist bis 2022 gewährt, bei einer schrittweisen Einführung der Regelung bis 2026. Doch ist es noch nicht so weit.

Stresstest europäischer Banken – durch die europäische Bankenaufsicht (EBA)

Europäische Banken bilden Liquidität, denn in den kommenden Monaten fällt eine neue Runde an Stresstests der EBA an. Das zu bestehende Worst Case Szenario geht von einem Rückgang des BIP um -8,3 Prozent, einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um +3,3 Prozent, basierend auf dem heutigen Niveau von 5,7 Prozent (Februar 2018), einem Zurückkommen der Preise (CPI) sowie einem Crash der Immobilienmärkte vor. Deshalb: Cash ist King.

Text: Radovan Milanovic

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