Lithium – selten und teuer in einem abgeschotteten Markt – Teil 2

Lithium (Li) – Gewinnung

Das seltene Metall kommt nur zwischen 0,006 und 0,008 Prozent in der Erdkruste vor. Aufgrund der gleichmässigen Verteilung im Gestein ist die Gewinnung mittels Förderung durch Minen (primäre Lagerstätten) teuer. Weitaus günstiger ist die Gewinnung von Li in Salzlaugen, welches meist in Salzseen vorkommt. Auch Wasser, Fleisch, Fisch, Eier enthält. Etwa 100 μg Lithium befinden sich in 100 Gramm Fleisch.

a) Primäre Lagerstätten
Lithiummineralien finden sich oft in Silikatgesteinen. Die Förderkosten sind jedoch sehr hoch. Bei den aktuellen Preisen beginnen mehr und mehr Minen Li zu produzieren. Doch die meisten können nicht kostendeckend arbeiten. Nur grosse Minen haben die finanzielle Potenz die Produktion solcher Projekte zu finanzieren. Der hohe Investitionsbedarf im Minengeschäft generell führt dazu, dass viele Gesellschaften ein ungünstiges Eigen-/Fremdkapital Verhältnis aufweisen. Dies drückt die Förderkosten in die Höhe. Speziel im Umfeld möglicher steigender Zinsen. Somit bleiben auch bei der Produktion von Li “die Grossen” unter sich.

a) Sekundäre Lagerstätten

In Salzseen kann die Konzentration des Lithiums bis 1 Prozent betragen. Der Salzsee mit dem möglicherweise grössten Li-Bestand (rund 5,4 Mio. Tonnen) ist der Salar de Uyuni in Bolivien. Die grössten Salzseen insgesamt befinden sich in Chile (Salar de Atacama), Argentinien (Salar de Hombre Muerto) und den USA (Silver Peak, Nevada).

Preisbildung von Lithium

Es ist äusserst schwierig, an verlässliche Preise von Li zu kommen. Da das Li je nach Verwendung als chemische Verbindungen aber auch in Metall-Chips, Walzstücken… angeboten wird.

Da es kein Handelsplatz gibt wie die klassischen Metallbörsen, die London Metal Exchange (LME) oder der Chicago Board of Trade (CBoT) findet kein geregelter Handel von fungibler (austauschbarer) Ware statt. Die Preise werden zwischen den Minen und Käufern ausgemacht. Diese richten sich nach Richtpreisen und Absatzmenge. Diesen Sommer kursieren Preise von über USD 20.000,00 für 1 Tonne Lithium-Carbonat bei einer Reinheit von 99,0 (möglich bis 99,9) Prozent). In 2015 lag der Preis noch bei ca. USD 6.000,00.

Immer mehr Produzenten wollen im Markt um “das neue Gold” dabei sein. Doch bis zur Produktionsaufnahme ist es meist ein langer, zeitraubender Weg (Bewilligungsverfahren, Finanzierung, Instandstellung der Infrastruktur zur Föderung…). Somit dürfte die steigende Nachfrage den Li-Preis weiter in die Höhe treiben. Auch der Eintritt neuer Lithium-Produzenten in den Markt dürfte das aktuelle Preisniveau nur marginal beeinflussen. Denn der Nachfrageüberhang wird die Preise auch in Zukunft stützen.

Text: Radovan Milanovic

Die Serie über Lithium umfasst vier Teile:

Teil 1: Lithium avanciert zum Liebling der Investoren
Teil 2: Lithium – selten und teuer in einem abgeschotteten Markt
Teil 3: Lithium – die grossen Produzenten und Ihre Strategien
Teil 4: Lithium – Ionen Batterie Hersteller vor grossen Herausforderungen

sh. auch Nachfrage nach Autos mit alternativen Antriebsarten steigt

aus dem Portal meinautomagazin.de

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