Landwirtschaft mit Smart Farming in die Zukunft

Smart Farming und AgTech werden immer wichtiger

Das Bevölkerungswachstum vor allem der Schwellenländer und die begrenzte Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Anbaugebiete ruft nach neuen Lösungen. So geht die Welternährungsorganisation FAO davon aus, dass die Agrarindustrie bis 2050 in der Lage sein muss die Produktion landwirtschaftlicher Güter um mindestens 50 Prozent zu steigern, um mutmasslich 9.7 Mrd. Menschen ernähren zu können. Die AgTech (ArgrarTechnology) prognostiziert sogar eine benötigte Erhöhung der Produktion bis 2030 um 60 Prozent.

Die Lösung solcher Herausforderungen liegt in der Digitalisierung der Landwirtschaft. Zur Erreichung dieses Ziels benötigt es eine enge Zusammenarbeit von Entscheidungsträgern wie Landwirtschaftsministern aller Länder. Denn viele Probleme müssen gelöst und unter einen Hut gebracht werden. Wie die Nutzung und der gleichzeitige Schutz von Daten. Eine der wichtigen Fragen ist auch die Auswirkung der Digitalisierung auf die Strukturen der ländlichen Räume.

Mit Smart Farming in die Zukunft. Bild von finanzmag.com

DACH-Länder setzen verstärkt auf AgTech

Das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), die weltweit führende internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft, findet anlässlich der Internationalen Grünen Woche Berlin vom 18. – 27. Januar 2019 in der Hauptstadt statt (www.gffa-berlin.de). Schirmherrschaft des Anlasses ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, www.bmel.bund.de).

Federführend für die AgTech Forschung in Österreich ist die Technische Universität Wien (TU Wien). Im Forschungsprojekt Farm/IT arbeitet die TU Wien und die BOKU (Universität für Bodenkultur Wien) zur Sammlung sowie Verknüpfung und Verfügbarmachung von Daten zusammen, um der Landwirtschaft bestmögliche Voraussetzungen zu effizienteren, produktiveren und umweltfreundlicheren Bedingungen zur Verfügung zu stellen.

In der Schweiz setzt sich Bundesrat Schneider-Ammann stark für das Smart Farming ein. Der grösste Teil der Forschung und der Projekte findet durch die Eidgenössische technische Hochschule, Zürich (ETH Zürich) statt. Das World Food System Center der ETH Zürich führt am 25. Mai 2019 den AgriTech Tag durch. Kernthema wird die Frage sein, wie die Technologie helfen kann ein nachhaltigeres Nahrungsmittel-System zu entwickeln.

High Tech, die AgTech  revolutioniert die Landwirtschaft

AgTech hat sich bereits zu einem wichtigen Industriezweig entwickelt. Schätzungen zufolge wird diese Industrie bereits 2018 einen Umsatz um USD 8,5 Mrd. ausweisen. Es ist noch zu früh für Direktinvestitionen in AgTech-Gesellschaften, den die meisten Vertreter dieser Industrie sind entweder Abteilungen oder Tochtergesellschaften kapitalkräftiger Gesellschaften oder Startups wie Biofarm (Direktvermarktung, I), Landpack (biolog. Verpackungen, D), Crop Intellect Ltd. (Pflanzenschutz, UK)…

Wichtigste Smart Farming Anwendungen, welche erfolgreich eingesetzt werden

  • IoT (Internet of Things): Mittels Sensoren kann der Zustand der Felder überwacht und diese bei Bedarf gewässert und gedüngt werden
  • Drohnen zur Überwachung der Felder und des Erntefortschritts
  • Robotics in der Landwirtschaft: Arbeitsintensive Arbeiten wie das Schneiden und Düngen der Pflanzen, das Verteilen von Pflanzenschutz und das Ernten erfolgt effizienter, kostengünstiger und schneller
  • RFID: Die Möglichkeit der Nachverfolgung der Grundprodukte bis zum Endprodukt beim Konsumenten
  • Big Data: Sammlung und Auswertung von Daten, welche mittels lernender Algorithmen entscheiden, welche Produkte und Methoden zu besten Ernten führen

Text und Bild: Radovan Milanovic

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