K+S im Soge von Leerverkäufen

Strategische Ziele von K+S

Verladung von Salzen im Hafen Patillos (Chile). Copyright: “K+S Aktiengesellschaft”

Am 09. Oktober 2017 gab der Konzern seine Wachstumsstrategie bis 2030 bekannt und setzt sich hohe Ziele wie die “Umsetzung von Wachstumsoptionen im Bestand und in neuen Geschäftsfeldern” sowie die Integration der Geschäftsbereiche im Sinne einer „One Company“. Die Basis für erfolgsversprechende Geschäfte ist gelegt. Wie der Kauf (zu CAD 4,6 Mrd.) und der Aufnahme des Betriebes der Legacy Potash Mine in Saskatchewan (Kanada) im Mai 2017. Oder die Kali-Produktion der Tochter K+S Chile Perú S.A.C. zur Förderung von Rohstoffen, welche zur Produktion von Lithium-Ionen Batterien für  Elektroautos bentigt wird. Die Mine in Chile umfasst eine Fläche von 225 km2 und weist eine Tiefe von 60 bis 120 Metern auf.

Wirtschaftliche Ziele von K+S

  • Steigerung positiver Synergien von mindestens EUR 150,0 Mio. pro Jahr ab 2020 aufgrund der Ausrichtung auf die vier Produkt-Markt Segmente und der Einführung der “One Company” Politik
  • Erzielung eines positives, freien Cash Flows (FCF) ab 2019. K+S ist auf dem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Ein Vergleich der Zielgrösse des ersten Semesters 2016 und 2017 ergibt eine Verbesserung des bereinigten FCF von -EUR 177,5 Mio. auf -EUR 25,6 Mio. (Fiskaljahr 2016: -EUR 776.8 Mio.)
  • Halbierung des Verschuldungsgrades bis 2020: Dieser stieg seit 2012 gradual von 24,4 auf 30,5 (2013), bzw. 40,9 (2014) und 55,9 (2015) an. Aus unternehmerischer und investitionswürdiger Sicht ist ein Verschuldungsgrad von 78,7 Prozent (Ende 2016) ein hoher Risikofaktor. Selbst die Gesellschaft schätzt sowohl die Möglichkeit von Zinserhöhungen als auch eines weiteren Downgradings der Bonität als “moderat” ein
  • Erreichung des Investment Grads (mindestens BBB) bis 2023. Standard & Poor senkte das Rating von K+S am 21. Oktober 2016 von BBB- auf BB+ mit unverändert “negativem” Ausblick. Standard & Poors definiert ein BB+ Rating als spekulatives Investment, dessen Einkommen von der wirtschaftlichen (zyklischen) Lage abhängt

Leerverkäufe und schlechte Presse belasten

Die Aufstockung der Shortposition auf 18,09 Prozent aller K+S Aktien ist in der Grösse sehr ungewöhnlich und bildet ein Machtvakuum. Die Shortpositionen werden dabei fast ausschliesslich durch angelsächsische und amerikanischer Hedge-Fonds gehalten. Die Kombination von Hedge-Fonds und Shortpositionen kann für Unternehmen eine kritische Situation ergeben. Dabei sind viele Szenarien möglich. Im Falle von K+S auch die Möglichkeit, dank tieferen Kursen günstige, strategische Aktienpositionen aufzubauen. Was auch immer die Motive der Investoren sind: Shortpositionen müssen nach Ablauf des Kontraktes geschlossen werden, was zur wiederum zur Nachfrage nach Titeln führt. Oder aber man deckt sich schon während des schlechten Börsenklimas mit günstigen Aktien ein.

Text: Radovan Milanovic
Bild: K+S unter Copyright
Quellen: Semesterbericht 1/2017, Jahresbericht 2016, Pressemeldungen K+S

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