Krypto-Währung Petro (PTR) – ein idealer Schachzug ohne Nachfrage

Der Devisenmangel kostete Venezuelas Goldreserven

Um trotz des Handelembargos an Devisen zu kommen, beschloss Präsident Maduro eine eigene venezuelanische Krypto-Währung, den Crypto-Petro (elpetro) auf Blockchain-Basis zu generieren. Ähnlich einer Währung mit Golddeckung (Goldstandard). Doch die Goldreserven Venezuelas haben sich in Luft aufgelöst. Zur Deckung der Staatsverbindlichkeiten setzte die Regierung ihre Goldreserven ein. Mangels Liquidität bei den Fälligkeiten der Verbindlichkeiten kamen deshalb die Kredit-Sicherheiten, das Gold zum Zug.

Venezuelas schwarze Gold, das Erdöl als Gold-Substitut

Die Lösung: Venezuelas schwarzes Gold, das Erdöl. Venezuela weist mit 300,9 Mrd. Barrel Öl die weltweit die grössten Erdölreserven auf, weitaus mehr als Saudi Arabien mit 266,5 Mrd. Fass. Deshalb die zündende Idee, Erdöl als Sicherungsinstrument einzusetzen.

Am 20. Februar 2018 begann der vorbörsliche Handel des Petro (PTR). Das IPO von 5 Mrd. ICO zu USD 60,00. Dabei galt 1 PTR = 60 USD, dem ungefähren Wert eines USD Barrels Öl. Die Absicherung der ausgegebenen der PTR soll durch 5,342 Mio. Fass Erdöl des Förderfeldes 1 des Blocks Ayacucho de la Faja Oil des Orinoco-Flusses gedeckt sein. Doch bisher fehlen die Beweise, dass am ersten Tag des Handels wirklich PTRs im Gegenwert von USD 735,00 Mio. erworben worden sind und dass die von den Regierung veröffentlichten Zahlen wirklich stimmen. Die eigene Propaganda-Maschinerie lobt die Währung in den höchsten Tönen. So sollen bis vergangenen Freitag, den 30. April 2018, 200.927 Transaktionen aus 133 Ländern im Betrage von USD 5,025 Mrd. getätigt worden sein… Der PTR ist seit Beginn an der NEM (New Economy Movement; eine Krypto-Plattform der neuesten Generation) gelistet. Doch bis heute hat mangels Angebot und Nachfrage noch kein Handel stattgefunden. Seit vergangenem Wochenende können deshalb – Private und juristische Personen – über die staatliche Webseite www.elpetro.gob.ve ihre Käufe abwickeln. Als Zahlungsmittel werden der Yuan (China), Rubel (Russland), die türkische Lira, Euros aber auch die Krypto-Währungen BTC, ETH und XMR akzeptiert.

Erweist sich versprochene Öldeckung als Betrug?

Bei jedem Kredit oder Wertpapier, welcher/s durch Vermögenswerte abgesichert ist, wird klar definiert, wie im “worst case sczenario” die Exekution zum Schutze des Kreditgebers oder Wertpapierbesitzers durchgeführt wird. Im Normalfall hat der Gläubiger ein Wahlrecht zwischen der Ursprungsforderung oder dem Sicherungsinstrument. Im Falle des PTRs, heisst dies, die Möglichkeit, 1 PTR in 1 Fass Öl zu tauschen. Doch wie kann ein Anleger seine Rechte im Falle eines Falles durchsetzen? Weder im Weisspapier der Regierung zur Emission von PTR (http://www.elpetro.gob.ve/en/Whitepaper_Petro_en.pdf) noch im Decree 3.196, Artikel 4 vom 08. Dezember 2017 zur Lösung des Finanzproblems mittels Herausgabe der Krypto-Währung wird die die Art und Weise der Deckung oder der Sicherstellung der unterlegten Sicherheiten (1 Fass Erdöl) auch nur ansatzweise verbindlichst erwähnt.

Hingegen lud der Präsident sämtliche Banken des Landes ein, ihr eigenes Mining zur Erstellung von Blockchanins zu betreiben. Eine Entscheidung, welche weitreichende Konsequezen und auf lange Sicht zur völligen Verwässerung des realen PTR-Wertes und zum Nachteil der Investoren führen wird. Schon deshalb wird der Petro als solcher nicht als Krypto-Währung, sondern als zinslose Anleihe mit fragwürdiger, wertvermindernder Sicherheit definiert.

Investoren drohen finanz- und strafrechtliche Konsequenzen

Vor allem der amerikanischen Gesetzgeber erachtet die Schaffung des PTR als Umgehung der Handelembargos und warnen PTR-Investoren vor rechtlichen Konsequenzen durch das US-Aussenministerium. Wichtige Krypto-Börsen wie Bitfinex oder Marketcap listen PTR deshalb auch nicht um sich nicht einer möglichen der Mithilfe der Geldwäsche schuldig zu machen.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay Creator GDJ

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