Koreanische Aktien im Einfluss von Olympia und Annäherung mit dem Norden

Korea’s Winterspiele dürften ein finanzielles Desaster werden

Korea hofft, rund fünf Millionen Besucher an den Olympischen Winterspielen zu empfangen. Diese werden vom 09. Februar bis 25. Februar 2018 um die Stadt Pyeongchang, nur 50 km von der nordkoreanischen Grenze entfernt, stattfinden. Üblicherweise beherbergt die Region im Winter rund drei Millionen Touristen. Mit dem zu hoffenden politischen Tauwetter zwischen Nord- und Südkorea, werden vor allem überdurchschnittlich viele Japaner, Chinesen und Amerikaner erwartet. Doch die Zeichen stehen schlecht, dass die Spiele sich finanziell auszahlen werden. Rund einen Monat vor dem Anlass stockt der Vorverkauf der Tickets: Insgesamt sind erst 61 Prozent oder 655.000 Karten verkauft worden. Für die sonst so begehrten Eröffnungsfeiern sind noch 33 Prozent und für die Schlusszeremonie gar 65 der Tickets noch erhältlich. Im selben Zeitraum wurden in Sotchi erheblich mehr Karten abgesetzt. Zur Zeit sind zudem noch 18.000 Hotelbetten nicht reserviert. Es gibt wenig Gründe anzunehmen, dass die erhoffte Anzahl ausländischer Touristen an den Olympischen Winterspielen live dabei sein werden. Denn ein Publikumsmagnet bei den Eishockey-Spielen fehlt. Die amerikanische NHL-Hockey Spieler werden aus Kostengründen nicht anreisen. Die Eishockey-Spiele verlieren somit an Attraktivität und somit viele potenzielle US-Fans. Auch das Ausbleiben russischer Athleten wegen der Sperre durch das IOC (International Olympic Committee), wird sich negativ auf die koreanischen Spiele auswirken. Somit werden auch kaum russische Touristen die Spiele besuchen. Da die chinesische Regierung einen Tourismus Bann für chinesische Touristen mit Ziel Korea erlassen hat, versuchen die Koreaner mit allen Mitteln, Beijing zum Umdenken zu überreden. Anderseits dürfte die Anwesenheit nordkoreanischer Athleten für Sympathie unter der Lokalbevölkerung sorgen. Für mehr jedoch nicht.

Nur wenige koranische Aktien könnten sich als echte Olympic-Games Gewinner erweisen:

  • Korea Air Lines Co.,Ltd. (003490.KS): Die Fluglinie hofft auf eine hohe Sitzauslastung ihrer Flüge und wiederkehrende Korea-Touristen
  • AmorPacific Group (090430.KS): Die koreanische Kosmetikgesellschaft, mit Focus auf chinesische Olympia-Touristen hofft auf regen Absatz ihrer Produkte. Ihr Hauptmarkt ist China und Restasien
  • Hotel Shilla: Betreiber koreanischer Luxus-Hotels- und Duty Free Shops. Das Unternehmen ist eine Tochter der Samsung Group (005930.KS)

Grossinvestoren setzen auf ein erfolgreiches Tauwetter beider koreanischer Staaten

Dass Politik und Wirtschaft auch losgelöst voneinander agieren, zeigen die Auslandinvestitionen grosser, westlicher Unternehmen wie Unilever, welche im vergangenen September den koreanischen Kosmetikhersteller Carver Korea übernommen hat. Oder die Berliner Food Delivery Plattform “Hero” mit dem Kauf des südkoreanischen Lieferdienstes “Foodfly”. Bei einem Näherrücken beider Staaten ergäbe sich beinahe unbegrenzte Chancen für einen neuen, hochpreisigen Absatzmarkt. Deshalb entdecken viele Fund-Manager den koreanischen Aktienmarkt wieder.

Text: Radovan Milanovic

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