Kobalt – Metall mit Zukunft

Abhängigkeit der weltweiten Autoindustrie von der Kobaltproduktion der Republik Kongo

Einer Pressemeldung des Norddeutschen Rundfunks (www.ndr.de) zufolge wird die deutsche Autoindustrie für den Bau von Elektrofahrzeugen immer abhängiger von der Republik Kongo. Das Land ist das wichtigste Abbaugebiet dieses Metalls und dürfte bis 2026 einen Marktanteil von über 70 Prozent an der weltweiten Förderung innehaben. Dies dürfte zu einem gefährlichen Abhängigkeits- und somit zu einem unwägbaren Kostenrisiko führen. Der NDR bezieht sich bei seinen Aussagen auf eine unveröffentlichte Studie der Deutsch Rohstoffagentur (DERA). DERA geht davon aus, dass der weltweite Bedarf an Kobalt durch die Autobauer von heute 15,000 Tonnen auf  85.000 in 2026 steigen wird. Denn Kobalt ist für die derzeitige Lithium-Ionen-Technologie von Batterien und damit für den Ausbau der e-Mobilität elementar wichtig.

Kupfermine, Kobalt gehört die Zukunft

Gewinnung von Kobalt

Kobalt kommt in der Natur in nickelhaltigen Lateriten und Nickel-Kupfersulfid Ablagerungen vor. Das Metall wird meist als Nebenprodukt bei der Produktion von Nickel und Kupfer gewonnen. Nach Angaben des Cobalt Development Institute stammen etwa 48% der Kobaltproduktion aus Nickelerzen, 37% aus Kupfererzen und nur 15% aus der primären Kobaltproduktion.

Kobaltpreis der vergangenen 10 Jahre

…und wiederum führen alle Wege zu Glencore

Nachdem der Kobaltpreis im März 2018 beinahe an seinem 10-Jahreshoch gehandelt wurde, kam der Preis in der Zwischenzeit um rund 30 Prozent auf USD 54,00 (EUR 47,31) zurück. Der weltweit grösste Produzent und Händler des Metalls, Glencore (LSE:GLEN) besitzt namhafte Beteiligungen sowohl an Nickel-, Kupfer-, aber auch an Kobalt-Minen in der Republik Kongo. Das Unternehmen ist der grösste Metall-Händler. Es ist sowohl an Minen beteiligt, besitzt jedoch auch weltweit namhafte Minen, fördert und vermarktet die Metalle in eigener Regie. Daneben besitzt das Unternehmen eine eigene Flotte für den Transport der Produkte. Glencore’s 2017 Kobalt-Produktion betrug 27.400 Tonnen. Der Konzern will den Einfluss im Kobaltgeschäft weiter stark ausbauen und hat deshalb im vergangenen Jahr von der kongolesischen Fleurette Group für USD 960 Mio. ihre Beteiligung an den kongolesischen Mining Gesellschaften Mutanda Mining und Katanga Mining erworben. Glencore Aktien ist an der London Stock Exchange kotiert. Der Schlusskurs am Freitag betrug GBP 2,87 (52 Wochen Hoch / Tief: GBP 4,17 / GBP 3,40), das aktuelle KGV liegt bei 8,7.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay, Creator: rhianjane

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