Kapitalrenditen von Pharma-Gesellschaften brechen ein

Werden Pharma-Aktien, die neuen  Risikopapiere?

Der weltweite Pharma-Markt mit seinem Unsatzpotenzial von rund USD 1.1 Bio ist stark segmentiert. Wobei die 10 grössten Gesellschaften ca. 40 Prozent des Marktes unter sich aufteilen. Beste Voraussetzungen für gute Geschäfte. Doch die technische Entwicklung führte zu völlig neuen Herausforderungen in der Branche.

Die Studie von Deliotte AG A new future for R&D? Measuring the return from pharmaceutical innovation zeigt eindücklich, wie technologische Fortschritte in Form künstlicher Intelligenz und empirischer Daten (real-world-evidence) zu deutlich höherer Produktivität in Forschung und Entwicklung (F&E) führen können. Vorbei sind die Zeiten, wo die Anleger eine Beziehung zwischen Innovation und Profitabilität von Pharma-Gesellschaften herstellen konnten und von den Kursgewinnen solcher Aktien verwöhnt wurden. Denn die Grösse des Marktes und sein Potenzial war geradezu ein Garant für Kursgewinne. Über Jahre hinweg performten die Papiere denn auch weitaus besser als ihre Benchmarks (zugrunde liegende Indices). Doch 2016 begann sich das Blatt zu wenden. Die Indices haben seither prozentual weitaus mehr zugelegt als Pharma-Papiere. Pharma-Aktien, früher Lieblinge von Portfolio Managern werden durch diese meist nur nur noch aus Gründen der Index-Applizierung gehalten. Die Umsätze von Pharma-Papiere sind denn auch zurückgekommen. Einzig bei Spezialsituationen steigt der Umsatz in die Wert kurz an. Die Unsicherheit inwiefern welche Pharma-Gesellschaften von den Klagewellen in den USA betroffen sind, wirkt ebenfalls nicht vertrauenserweckend.

Ausschnitte der Pressemitteilung von Deloitte AG

“Die erwartete Kapitalrendite (ROI) der grössten Pharmakonzerne beträgt weltweit nur noch 3,2 Prozent, der tiefste Stand seit acht Jahren. Inzwischen geben diese Unternehmen im Durchschnitt fast zwei Milliarden US-Dollar für die Markteinführung eines Medikaments aus, wie eine Analyse des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt. Auf der anderen Seite steigen die voraussichtlichen Einnahmen, die ein Arzneimittel pro Jahr generiert, von 394 Millionen US Dollar im Jahr 2016 auf 465 Millionen im Jahr 2017. Einer der Hauptgründe für den diesjährigen Anstieg der Kosten und Umsätze ist die sinkende Zahl der Therapien, die sich in der Spätphase ihrer Entwicklung befinden…

…Die prognostizierte Kapitalrendite (Return on Investment, ROI) der Forschung und Entwicklung (F&E) der zwölf grössten Biopharmaunternehmen – darunter Roche und Novartis – beträgt dieses Jahr nur noch 3,2 Prozent (2010: 10,1 Prozent). Dies geht aus der jährlichen Studie hervor, die das Centre for Health Solutions von Deloitte durchgeführt hat…

…Unsere Analyse erinnert eindringlich daran, dass F&E-Investitionen nicht nur mit einem hohen Mehrwert, sondern auch mit hohen Risiken einhergehen. Jedes Jahr werden Milliarden für die Entwicklung neuer Arzneimittel ausgegeben, und doch schafft es die überwiegende Mehrheit der vielversprechenden Präparate nie bis zur Marktreife.”

Pressemeldung Ansprechparter:

Vicky Levy
Partnerin
eMail: vilevy@deloitte.ch
Tel.: +41 58 279 7877

und

Nico Kleyn
Partner
eMail: nikleyn@deloitte.ch
Tel.: +41 58 279 8166

Text: Radovan Milanovic

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