Jedem seine eigene Kryptowährung

Am Anfang stand Badai mit seinen Tamagotchis

Das Tamagotchi (Ei-Uhr) wurde 1996 durch den damaligen japanischen Spielzeughersteller Bandai produziert und vertrieben. Das kleine Elektronikspielzeug erlangte Kultstatus. Im Spiel musste ein virtuelles Küken ab seiner Geburt gehegt, gepflegt und für seine Grundbedürfnisse wie Schlafen, Essen und Trinken gesorgt werden.  Wurde dies vernachlässigt, starb das Tierchen. Der oder die Besitzer/in des Tamagotchis war somit rund um die Uhr mit ihm beschäftigt. Bandai erkannte die Geschäftsmöglichkeiten und produzierte verschiedene Varianten von Plastikgehäusen. Einzelne wurden nur in sehr kleinen Auflagen in den Handel gebracht. Es entstand ein Schwarzmarkt. Für einzelne Ausgaben wurden bis USD 5.000 bezahlt. Diese Originale (von 1997) werden jetzt für weniger als 1 Prozent (USD 35,00 bis USD 49,00) bei eBay angeboten. Da sich mit dem billigen “Plastikding” so einfach Geld machen liess, erfolgte 2004 eine Renaissance des Tamagotchis. Die aktuelle Neuauflage erfolgte nun dieser Tage mit CryptoKitties.

Ob Tulpenzwiebeln, virtuelle Hühnchen oder Kätzchen,…

…Geldflüsse in solche exotische Medien zeugen von der Magie dieser Anlagemöglichkeiten.

Clevere Geschäftsleute konnten am 27. November 2017 ihre Kassen füllen. Spekulanten standen Schlange, um sich CryptoKitties verpackt als Online-Spiele zu ergattern. Offensichtlich wollten die Kreatoren von CryptoKitties Probleme mit den Währungshütern und Steuerbehörden wie im Falle von Bitcoins vermeiden und boten die Kätzchen als digitale Version von Pokemon Karten an, basierend auf dem System von Blockchains. “Gespielt” wird CryptoKitties auf einem Mobil-App. Am Ausgabetag veräusserte die amerikanische Axiom Zen über 22.000 CryptoKitties für über USD 3,0 Mio. Nach einem durchschnittlichen Ausgabepreis von rund USD 109,00 werden für diese bereits über USD 118,00 bezahlt. Jedem Kätzchen wurde eine Identität vergeben und auf der Blockchain gespeichert. Die Teilnehmer versprechen sich eine Wertvermerung ihres Kapitals wie bei Bitcoins.

CryptoKitties, die Bitcoins für den kleinen Anleger?

Alles deutet darauf  hin. Obwohl Axiom Zen mit der Schaffung der Kätzchen “nur Gutes” tun wollte, da Bitoins mit Preisen von USD 11,778 das Budget mancher Kleinanleger sprengen. Um auch diesen einen Platz im Casino zu sichern, wurden die CryptKitties geschaffen. Wie edel.

Bitcoin Futures  – Hedge-Funds in den Startlöchern

Bei den Bitcoins wollen immer mehr Teilnehmer mitmischen. Mit der Aufnahme des Handels von Bitcoin Futures an der Chicago Mercantile Exchange (CME) am 18. Dezember 2017 beginnt für den Handel mit Bitcoins eine völlig neue Dimension, was den gesamten Handel mit Krypto-Währungen insgesamt beeinflussen wird. Denn bis zu diesem Datum findet kein regelmässiger Handel mit Bitcoin-Futures an einer geordneten Börse mit grossem Volumen statt. Basierend auf dem CME CF Bitcoin Reference Rate (BRR) dürften die Hedge-Funds volumenmässig das Szepter im Handel übernehmen. Mangels Absicherungsinstrumentarien haben sich diese – mit Ausnahme von Bitcoin-Funds – grösstenteils vom Handel ferngehalten.

Text: Radovan Milanovic

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